Das Online-Magazin zur Zeitschrift | HALBJAHRESMAGAZIN polar






polar #19: Krieg und Frieden




EDITORIAL

 
Peter Siller/Bertram Lomfeld
Editorial


INTERVENTION

 
Wilfried Hinsch
Verpflichtet zur Intervention?
Überlegungen aus ethischer Sicht
 
Reinhard Merkel
Demokratischer Interventionismus?
Zwei Modelle einer gescheiterten Idee
 
Mattias Kumm
25 Jahre nach Ende des Kalten Krieges
Der liberal-demokratische Verfassungsstaat zwischen autoritären Herausforderungen und neuen Kriegen
 
Heinrich August Winkler
Was bedeutet internationale Verantwortung?
Gedanken zur deutschen Außenpolitik
 
Anna Geis
Demokratischer Frieden
Eine unerschütterliche liberale Utopie?
 
 

Pierre Thielbörger

Grün ist die Hoffnung – und der Krieg?

Der Sicherheitsrat als Klimaschützer im 21. Jahrhundert


Das globale Klima wandelt sich rapide und spürbar. Hitzewellen, Wirbelstürme, Dürrekatastrophen: Wissenschaftler gehen davon aus, dass das vermehrte Auftreten dieser und anderer Naturkatastrophen längst kein Zufall mehr ist. Der Mensch leistet durch den uneingeschränkten Ausstoß von Treibhausgasen einen ganz erheblichen Beitrag zu diesem Klimawandel. Diesen Ausstoß zu kontrollieren und die Erderwärmung auf maximal 2 Grad Celsius zu begrenzen, war einst Ziel des Kyoto-Protokolls. Dieses Vertragswerk galt lange als Vorzeigemodell erfolgreicher internationaler Klimapolitik. Der Haken an der Sache: Es ist bereits seit 2012 ausgelaufen. Wie es weitergeht, ist unklar. Die letzten Weltklimagipfel zur Entwicklung eines Nachfolgeabkommens in Doha, Warschau und Lima scheiterten allesamt kläglich. Gespannt schaut die Welt nun nach Paris, wo im Dezember 2015 ein letzter Versuch für einen Nachfolgevertrag unternommen werden soll. Was dabei oft übersehen wird: Der Klimawandel stellt auch ein erhebliches Risiko für den Frieden dar.

Sicherheitsrat und Klimawandel

Schon seit Jahrzehnten geht das Schreckgespenst von Klimakriegen um. Viele Beobachter sagen bewaffnete Konflikte über knapper werdendes Trinkwasser - das »blaue« Gold - voraus. Die Zahl von Klimamigranten - also Menschen, die klimawandelbedingt ihre Heimat verlassen (müssen) - wird von Experten auf bis zu eine Milliarde geschätzt. Folgerichtig will sich auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen - der Hüter von internationalem Frieden und internationaler Sicherheit - nun mit Fragen des Klimawandels befassen. Erstmals im Jahr 2007 und dann ein weiteres Mal im Jahr 2011 befasste er sich explizit mit dieser Frage. Aber darf er das eigentlich?

Aus der Sicht des internationalen Rechts ist diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten. Der Sicherheitsrat ist nicht schlichtweg für alle Fragen innerhalb der Vereinten Nationen zuständig. Ganz im Gegenteil: Die sogenannte Allzuständigkeit liegt bei der Generalversammlung der VN. Deren Macht ist allerdings sehr begrenzt: Sie kann den Staaten Maßnahmen empfehlen, sie aber nicht rechtlich binden. Dies kann nur der Sicherheitsrat. Der Rat ist seinerseits allerdings nur zuständig, wenn es sich um Sicherheitsfragen handelt und diese Fragen zudem einen internationalen Bezug haben. Betrifft also ein Sicherheitsrisiko nur einen Staat, geht die Sache nur denjenigen Staat an. So jedenfalls die klassische Meinung im internationalen Recht. [...]


 
Thorsten Thiel
Cyber, Cyber
Krieg und Frieden in einer vernetzten Welt
 
Stefan Huster/Arnd Pollmann/Wilfried Hinsch/Peter Siller
Ist es links? >Veggieday<



INVENTUR

 
Rebecca Harms
Ukraine, 19. bis 21. Februar 2015
Ein Reisebericht
 
Matthias Schaffrick/Thomas Weitin/Niels Werber
Nicht Krieg, nicht Frieden
Postsouveränes Erzählen und Gegenwartsliteratur
 
Désirée Kaiser
Nicht tot zu kriegen
Zur Resistenz deutscher Feldpost
 
Thomas Kleinheinrich
Flashbacks
Die Auswirkungen von Auslandseinsätzen auf VeteranenInnen und Angehörige
 
Anja Seiler
»Sie haben mich behandelt wie ein Tier«
Zwei Flüchtlingsgeschichten aus Bayern
 
Julia Roth
Living on the Edge
Vom Alltag des Ausnahmezustands in Israel
 
Maja Bächler
Friede, Freude, Sicherheit
Spannungen zwischen Militär, Politik und Gesellschaft
 
Anna-Catharina Gebbers
Die Benutzeroberfläche des Krieges
Situation Rooms vom Theaterkollektiv Rimini Protokoll
 
Johanna-Charlotte Horst
Mein halbes Jahr: ›Literatur‹
Claude Simon – Lew Tolstoi – Theodor W. Adorno
 
Johannes von Weizsäcker
Mein halbes Jahr: ›Musik‹
Laurent Garnier – Motorama – Fujiya Miyagi – Whomadewho – Viet Cong – Stewart Lee
 
Matthias Dell
Mein halbes Jahr: ›Musik‹
Une Jeunesse allemande – Die Folgen der Tat – Beyond Punishment



INTROSPEKTION

 
Milo Rau
Der Frieden des Herzens und der guten Absichten
Eröffnungsrede zu »Das Kongo Tribunal«
 
Bertram Lomfeld
Die Kunst des Prozesses
Realtheater der Weltpolitik
 
John von Düffel/Malin Nagel
Dynastie und Krieg
›Ödipus Stadt‹ von Sophokles, Euripides und Aischylos
 
Bernhard Viel
Bellizistische Insekten
Die Biene Maja und der Erste Weltkrieg
 
Susann Neuenfeldt/Simon Strick
Hallo Karthago/Hallo Rom:>Dein falscher Frieden<
 
Martin Saar
Bildpolitik: >Die normale Streitkraft<
 
Ina Kerner
Leben im Kapitalismus: >Krieg der Trolle<



SCHÖNHEITEN

 
Patrick Thor
Das höchste Spiel
Von der Welt als Western: Cormac McCarthys Blood Meridian Or The Evening Redness in the West
 
Christoph Raiser
Irre
Krieg und Klischee: The Incal von Alejandro Jodorowsky und Moebius
 
Robin Celikates
Happy Days
Kriegsfolgen und Vatervergötterung: Kenzaburo Ôes The Day He Himself Shall Wipe My Tears Away
 
Anna-Catharina Gebbers
Zähne Zeigen
Reparatur als Transformation: Kader Attias The Repair
 
Franziska Humphreys
Vermintes Gebiet
Löcher in der Kausalität: Wolfgang Herrndorfs Sand
 
Bertram Lomfeld
Ein seltsames Spiel
Nicht zu gewinnen: Thomas Schellings The Strategy of Conflict
 
Arnd Pollmann
Kriegsmüde
Demokratie, Völkerbund und Weltbürgerrecht: Kants Zum ewigen Frieden
 
Hybris und Kalkül
Zynische Verkehrung: Carl Schmitts Die Wendung zum diskriminierenden Kriegsbegriff
 
Tillman Vogt
Gelage und Gemetzel
Unerträglich: Curzio Malapartes Kaputt


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