Das Online-Magazin zur Zeitschrift | HALBJAHRESMAGAZIN polar






Release polar 20 („Expertokratie“): Präsentation – Diskussion – Party
In Wahrheit? Ein Abend über Wahrheitsansprüche in Politik und Kunst
Freitag, 20. Mai 2016, 19.30 Uhr // Sophiensaele, Sophienstraße 18, Berlin, Eintritt frei
 
Die offensiven Wahrheitsansprüche sind in die Gesellschaft zurückgekehrt, ob im Gewand des religiösen Fundamentalismus, des weltanschaulichen Wutbürgers oder auch des politischen Sachzwangs. Parallel zeigt sich in der Philosophie - nicht nur mit dem „neuen Realismus“ – eine neue Sehnsucht nach dem Objektiven, dem  Unbedingten. Der Demokratie fällt die Entgegnung darauf nicht gerade leicht: Ist Demokratie nicht eine Regierungsform, die keine absoluten Wahrheiten verträgt? Entscheidet hier nicht Mehrheit statt Wahrheit? Andererseits: Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit - sind das nicht Wahrheiten, auf sie wir angewiesen sind? Und ist eine aufgeklärte Politik nicht permanent auf wissenschaftliche Erkenntnisse angewiesen, wenn sie gelingen soll? Dabei beruft sich nicht nur die institutionelle Politik auf wissenschaftliche Nachweise, die Bürger der „neuen Protestbewegungen“ sehen oftmals „Nichts als die Wahrheit“ auf ihrer Seite. Befeuert werden sie dabei durch das Netz mit seinen zahlreichen Paralleluniversen, in denen die unterschiedlichen „Wahrheiten“, der Hass und das Verschwörungsgefühl, gehegt und gepflegt werden.

polar stellt am Release-Abend die elektrisierende Frage nach dem Verhältnis von Demokratie und Wahrheit, von Politik und Wissenschaft. Braucht demokratische Politik einen Wahrheitsbegriff? Einen Wahrheitsanspruch? Und welche Wahrheit könnte in der Kunst liegen? Diese Fragen diskutieren wir mit interessanten Gästen aus Theorie und Kultur. Wir freuen uns auf einen Abend zu einem entscheidenden Aspekt unseres Politikverständnisses. Und auf das polar-DJ-Team danach.

PROGRAMM

PRÄSENTATION:
Positionen aus der neuen Ausgabe von polar

DISKUSSION:
Ein neuer Realismus? Von der Wahrheit in Politik und Kunst

Anna-Catharina Gebbers (Kuratorin Hamburger Bahnhof), Martin Saar (Philosoph / Uni Leipzig), Carl Hegemann (Chefdramaturg Volksbühne), Ludger Schwarte (Philosoph, Kunsthochschule Düsseldorf), Peter Siller (polar)

Moderation: Bertram Lomfeld (polar)

im Anschluss PARTY mit dem polar-DJ-Team

Mitwirkende:
 
Anna-Catharina Gebbers ist Kuratorin an der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof Berlin, Ausstellungsmacherin, Autorin und Redakteurin von polar. 

Carl Hegemann ist Chefdramaturg an der Berliner Volksbühne. Er war zuletzt Professor für Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig und Dramaturg am Thalia Theater Hamburg.   Er studiert Philosophie, Literaturwissenschaften und Soziologie in Frankfurt am Main. 1979 promoviert er im Fach Philosophie mit einer Arbeit über „Identität und Selbst-Zerstörung“ (Frankfurt/M. 1982). 1980 gründet er mit Frank Wolff das "Frankfurter Kurorchester". Außerdem Tätigkeiten als Redakteur beim ZDF (1984-1985); als Dramaturg am Tübinger Zimmertheater (1979-80), am Staatstheater Wiesbaden (1985-1986); als Dramaturg, Regisseur und Schauspieler beim Ensemble der Ruhrfestspiele Recklinghausen (1986-1989); als Leitender Schauspieldramaturg an den Städtischen Bühnen Freiburg/Breisgau (1989-1992);  als Dramaturg an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin (1992-1995 und 1998-2006) und als Chefdramaturg am Schauspielhaus Bochum (1995-1996) und am Berliner Ensemble (1996-1998). Gastdramaturgien u. a. am Schauspielhaus Hamburg (1998, 2005), am Schauspielhaus Zürich (2001, 2004), am Theater Basel (2000, 2002),  am Wiener Burgtheater (2007, 2009), an der Oper Manaus, Brasilien (2007), der Deutschen Oper Berlin (2008 auch Regie), und der Staatsoper Unter den Linden (2010).

Martin Saar ist Professur für Politische Theorie an der Universität Leipzig. Studium der Philosophie, Psychologie und Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin; Von 2000 bis 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt/M; 2001/2002 visiting scholar (DAAD-Stipendiat) an der New School for Social Research; 2004 Promotion zum Dr. phil. mit einer Dissertation zum Begriff der Genealogie bei Nietzsche und Foucault. Von 2004 bis 2011 wissenschaftlicher Assistent am Institut für Politikwissenschaft am Fachbereich Gesellschaftswissenschaft der Goethe-Universität; 2006 Theodor Heuss Lecturer an der New School for Social Research; 2011 Habilitation in Frankfurt/M. mit einer Arbeit zur politischen Theorie Spinozas. Professurvertretungen in Bremen (Politische Theorie, 2010), Hamburg (Praktische Philosophie, 2012), an der Humboldt-Universität (Sozialphilosophie/Praktische Philosophie 2012/13) und in Frankfurt/M. (Sozialphilosophie 2011/12, Politische Theorie und Philosophie 2013/14).

Ludger Schwarte ist Professor für Philosophie an der Kunstakademie Düsseldorf. Er studierte von 1987 bis 1993 Philosophie, Literatur und Politikwissenschaft in Münster, Berlin und Paris. Von 1993 bis 1999 lehrte er an der Universität Paris VIII. 1997 promovierte er an der Freien Universität Berlin zum Doktor der Philosophie. Anschließend nahm er verschiedene Lehraufträge an amerikanischen und französischen Hochschulen wahr. Von 2000 bis 2006 war Schwarte wissenschaftlicher Mitarbeiter des Sonderforschungsbereichs "Kulturen des Performativen" an der Freien Universität Berlin; Von 2006 bis 2009 hatte Schwarte die Assistenzprofessur für "Theorie der Bilder" am NFS Bildkritik / Eikones der Universität Basel inne. Währenddessen habilitierte sich Schwarte 2007 an der Freien Universität Berlin mit einer Studie zur Philosophie der Architektur.

Peter Siller ist leitender Redakteur der Zeitschrift polar. Er ist zudem Leiter der Inlandsabteilung der Heinrich-Böll-Stiftung. Zuvor Scientific Manager des Exzellenzclusters »Formation of Normative Orders« an der Goethe Universität Frankfurt/M und Mitglied des Planungsstabs im Auswärtigen Amt. Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie. Zahlreiche Veröffentlichungen zu politischer Theorie und Praxis.

Bertram Lomfeld ist leitender Redakteur von polar und Professor für Privatrecht und Rechtsphilosophie an der FU Berlin. 2015 erschien sein neustes Buch »Die Gründe des Vertrages« (Mohr).
 
 

Release polar 19: Präsentation - Lesung –Diskussion - Musik
Flucht/ursache – Kriegs/ursache
Freitag, 27. November 2015, 19.30 Uhr // Sophiensaele, Sophienstraße 18, Berlin, Eintritt frei

Der Krieg war nie weg. Aber mit Blick auf die zahlreichen neuen Kriege ist er – auch über Flucht und die Suche nach Asyl - plötzlich wieder sehr nah. Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea. Wo also liegt unsere Verantwortung hier, um denjenigen zu helfen, die vor dem Leid des Krieges geflohen sind? Und wo liegt unsere Verantwortung dort, bei der Bekämpfung von Fluchtursachen, bei der Linderung des Kriegselends in den Kriegsregionen und Nachbarländern? Wie umgehen mit der neuen Gewalt? Welche Einmischung ist gefragt? Mit welchen Strategien? Welchen Zielen? In welchen Bündnissen?
polar lädt - aus Anlass des Erscheinens der 19. Ausgabe („Krieg und Frieden“) – zu dem drängendsten Thema unserer Zeit in die Sophiensaele. Nach Präsentation und Lesung erwartet uns ein interessantes Gespräch mit kompetenten Gästen. Zum Ausklang gibt es Musik vom polar-DJ-Team.

Präsentation
Die Rückkehr der Kriege. Ideen und Interventionen aus der aktuellen Ausgabe von polar

Lesung
„Inside Mosul“ mit Natali Seelig (Schauspielerin)

D
iskussion
Was tun? Nachdenken über Ursachenbekämpfung und Folgenverantwortung

Tom Koenigs (MdB, Menschenrechtspolitischer Sprecher), Julia Duchrow („Brot für die Welt“), Sebastian Groth (Auswärtiges Amt), Peter Siller (polar)
Moderation: Bertram Lomfeld (polar)

im Anschluss polar-DJ-Team


Release polar 18: Lesung - Debatte – Konzert - Party
Rückzug? Die Politik der Lebenformen

Freitag, 8. Mai 2015, 19.30 Uhr // Sophiensaele, Sophienstraße 18, Berlin Eintritt frei

In einer Vielzahl von Initiativen und Publikationen erleben wir gerade eine Renaissance der Suche nach alternativen Lebensformen. Selbst denken, Selbst handeln - so lautet die politische Parole - von der Share Ökonomie über die Commons-Debatte bis zu einem neuen Genossenschaftsgedanken. polar nimmt diese Renaissance zum Anlass, um sich mit dem Verhältnis des Politischen zum Privaten zu befassen - und damit auch nach unserem Staatsverständnis. Die neue DIY-Mentalität ist ohne Zweifel auch einer Ungeduld gegenüber dem Staat und seinen Institutionen geschuldet. Doch der Rückzug des Politischen ins Private, in den vorstaatlichen Raum hat ihren Preis. Politische Entscheidungen wandern ins Gemeinschaftliche und Individuelle aus, anstatt öffentlich ausgetragen und demokratisch-verbindlich entschieden zu werden. Politiken der Lebensform werden auch als Mittel der Milieu-Distinktion eingesetzt, man trägt nicht nur die besseren Klamotten, sondern hat auch noch die höhere Moral.

polar lädt - aus Anlass des Erscheinens der 18. Ausgabe - zum bunten Abend in die Sophiensaele. Was ist zu halten von der neuen Politik der Lebensformen? Lassen sich Lebensformen kritisieren? Lässt sich über Lebensformen sagen, sie seien gut, geglückt oder gar rational? Lässt sich also über Lebensformen mit Gründen streiten? Serviert wir dein explosives Gemisch: Das Politische & Das Private. Angerührt wird es von großartigen Gästen aus Theorie, Kunst und Praxis. Das Ganze endet wie immer nach einem Konzert als Tanz auf dem Vulkan mit dem polar-Dj-Team.

Intro
Macht es nicht selbst!
Ideen und Interventionen aus der aktuellen Ausgabe von polar

Lesung
Auszug aus Huysmans Gegen den Strich
Daniel Hovels (Deutsches Theater)

Diskussion
Wie leben? Kritik der Lebensformen
Rahel Jaeggi (Philosophin, HU Berlin, „Kritik der Lebensformen"), Peter Siller (polar) plus very special guest

Moderation: Bertram Lomfeld (polar)

im Anschluss Party
mit Jens Friebe vom polar-DJ-Team

Mitwirkende:
Jens Friebe
studierte Musikwissenschaft, Anglistik und Philosophie und spielte in Bands wie Bum Khun Cha Youth und Parka. Seit 2004 ist er als Solokünstler erfolgreich. Bislang sind von Jens Friebe 5 Soloalben erschienen. Aktuelles Album: Nackte Angst zieh dich an wir gehen aus (Staatsakt, 2014). Neben seiner Tätigkeit als Musiker ist er als Journalist und Autor tätig.

Daniel Hoevels
ist seit der Spielzeit 2009/10 Ensemblemitglied am Deutschen Theater. Er studierte von 1997-2000 Politische Wissenschaften in Berlin und erhielt 2001-2004 seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Von 2004-2009 war er Ensemblemitglied am Thalia Theater Hamburg. Dort arbeitete er in zahlreichen Inszenierungen mit den Regisseuren David Bösch, Jorinde Dröse, Andreas Kriegenburg, Stephan Kimmig, Jette Steckel, Armin Petras und Nicolas Stemann.

Rahel Jaeggi ist Professorin für Praktische Philosophie mit den Schwerpunkten Rechts- und Sozialphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. In den Jahren 1996 bis 2001 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Philosophischen Institut der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main am Lehrstuhl für Sozialphilosophie von Axel Honneth sowie am Frankfurter Institut für Sozialforschung tätig. 1999 Visiting Scholar an der New School for Social Research, New York (USA). 2002 Promotion mit einer Arbeit zum Thema „Freiheit und Indifferenz - Versuch einer Rekonstruktion des Entfremdungsbegriffs". 2002/2003 folgte eine Visiting Assistent Professur im Program for Ethics, Politics and Economics an der Yale University, New Haven. In den Jahren 2003 bis 2009 hatte sie eine Stelle als Hochschulassistentin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität inne. 2009 Habilitation zum Thema „Kritik von Lebensformen".

Peter Siller ist leitender Redakteur der Zeitzschrift polar. Er ist zudem Leiter der Inlandsabteilung der Heinrich-Böll-Stiftung. Zuvor Scientific Manager des Exzellenzclusters »Formation of Normative Orders« an der Goethe Universität Frankfurt/M und Mitglied des Planungsstabs im Auswärtigen Amt. Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie. Zahlreiche Veröffentlichungen zu politischer Theorie und Praxis.

Bertram Lomfeld,
1975, ist Professor für Privatrecht und Rechtsphilosophie an der Freien Universität Berlin. Anfang 2015 erscheint sein neustes Buch "Die Gründe des Vertrages" im Mohr Verlag. Er ist zudem leitender Redakteur von polar.


Release-Veranstaltung polar 18 Frankfurt am Main
Rückzug? Die Politik der Lebensformen
Mittwoch, 29. April 2015, 20:00 Uhr, Orange Peel (Kaiserstr. 39, Frankfurt/Main)

Selbst denken, Selbst handeln - so lautet die politische Parole von der Share Ökonomie über die Commons-Debatte bis zu einem neuen Genossenschaftsgedanken. In einer Vielzahl von Initiativen und Publikationen erleben wir gerade eine Renaissance der Suche nach alternativen Lebensformen. Doch der Rückzug des Politischen ins Private hat seinen Preis. Politische Entscheidungen wandern ins Gemeinschaftliche und Individuelle aus anstatt öffentlich ausgetragen und demokratisch-verbindlich entschieden zu werden.

Aus Anlass des Erscheinens der 18. Ausgabe von polar fragen wir: Inwieweit sind Lebensformen kritisierbar? Welche Politiken lassen sich in der Lebensform betreiben? Und was sagt die DIY-Mentalität über das Verhältnis zu Staat und Gesellschaft?

Impulse und Diskussion:
Peter Siller, Leitender Redakteur polar, Berlin
Regina Kreide, Professorin für Politische Theorie und Ideengeschichte, Justus-Liebig-Universität Gießen
Greta Wagner, Soziologin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Goethe-Universität Frankfurt
Moderation: Benjamin Pfeifer, Heinrich-Böll-Stiftung Hessen

Im Anschluss: Party mit Thomas Biebricher vom polar-DJ-Team



Release polar 17: Performance - Lecture - Diskussion – Party
Die Moral der Krise. Ein Abend über Schuld und Schulden

Samstag, 29. November 2014, 19.30 Uhr // Sophiensaele, Sophienstraße 18, Berlin, Eintritt frei

Die explodierenden Staatsschulden sind im politischen Diskurs schon lange ein Thema. Zu einem breiten gesellschaftlichen Thema wurden Schulden jedoch erst mit der Finanzkrise seit 2007, in der in mehreren Druckwellen deutlich wurde, wie Finanzordnungen ganze Staaten an den Abgrund führen können. Parallel dazu gibt es aber auch eine mentale Krisengeschichte, in der nach den moralischen und psychologischen Implikationen gefragt wird: Wer hat Schuld an den Schulden? Liegt in Schulden überhaupt eine Schuld? Offenbar gibt es in Deutschland eine besondere Angst vor dem Schuldenmachen. Wer nicht zahlen kann, steht auch sozial tief in der Schuld. Was in anderen Sprachen deutlich unterschieden wird (etwa guilt und debt), liegt im deutschsprachigen Raum nah beieinander.

polar lädt - aus Anlass des Erscheinens der 17. Ausgabe - zum bunten Abend in die Sophiensaele. Serviert wird ein explosives Gemisch: Schuld & Schulden. Angerührt wird es von großartigen Gästen: dem Publizisten Robert Misik, dem Wirtschaftsjournalisten Mark Schieritz und weiteren AutorInnen der neuen Ausgabe sowie der großartigen Gruppe ERFOLG um den The Chap - Sänger Johannes von Weizsäcker. Das Ganze endet wie immer als Tanz auf dem Vulkan mit dem polar-Dj-Team.

Programm

Lesung:

Schuldig to be verschuldet?

Ideen und Interventionen aus der aktuellen Ausgabe von polar

Diskussion

Die Moral der Krise: Wie gerieten wir rein? Wie kommen wir raus?

Robert Misik (Publizist, Wien / "Erklär mir die Finanzkrise! Wie wir da rein gerieten und wie wir wieder rauskommen"), Mark Schieritz (Wirtschaftspolitischer Korrespondent Die ZEIT / „Die Inflationslüge"), Peter Siller (polar)

Moderation: Bertram Lomfeld (polar)

Konzert:

ERFOLG in concert (Johannes von Weizsäcker von The Chap mit Chor)

Songs about Griechenlandhilfe, Kochsendungen & das fragmentierte Subjekt

im Anschluss Party
mit dem polar-DJ-Team

 


Release polar 16 – Diskussion – Party
Heavy – Kunst der Drastik

Donnerstag, 11.09.2014, 20.00 Uhr  // Orange Peel, Kaiserstr. 39, Frankfurt am Main

Drastik ist als eine Strategie der Steigerung, der Zuspitzung - und in der visuellen Gesellschaft zuerst eine Bildpolitik. Wie funktioniert die Produktion von Drastik in der Massenkultur, in den Medien, in der Politik, in der Kunst? Wo kann Drastik im Sinne des genauen Hinsehens eine aufklärerische Funktion wahrnehmen? Wie ist ihre Funktionsweise zu beschreiben? Und vor welchen Bildern sollten wir uns schützen?

Mit der Release-Veranstaltung zum Thema der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift polar wagen wir eine Expedition in die verschiedenen Sphären der Drastik: in Politik und Gesellschaft, in Musik und Literatur, in Film und Bildende Kunst - und nicht zuletzt in den Alltag.

Inputs und Diskussion:
Swantje Karich, Kunstkritikerin und Redakteurin, FAZ, Frankfurt
Martin Saar, Professor für politische Theorie, Universität Leipzig
Peter Siller, leitender Redakteur polar, Berlin

Moderation:

Benjamin Pfeifer, Heinrich Böll Stiftung Hessen

Im Anschluss Party mit dem polar-DJ-Team

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen, von Polarkreis e.V. und Orange Peel

www.facebook.com/boell.hessen


Release polar 16: Performance – Diskussion – Party
Heavy. Ein Abend zur Drastik in Gesellschaft und Kunst

Samstag, 24. Mai 2014, 19.30 Uhr // Sophiensaele, Sophienstraße 18, Berlin, Eintritt frei


Wir wagen bei der Release-Veranstaltung eine Expedition in die verschiedenen Sphären der Drastik: in Politik und Gesellschaft, in Musik und Literatur, in Film und Bildende Kunst - und nicht zuletzt in den Alltag. Wo immer wir fündig werden: unsere Ängste und Verletzungen suchen nach Bildern - um sie zu erkennen, sie zu bannen, ihnen entgegnen zu können. Grund genug, sich die Politiken der Drastik genauer anzuschauen. Drastik nicht verstanden als bloße Übertreibung, als stumpfe Provokation. Drastik verstanden als Technik der Sichtbarmachung.

Drastik im Sinne des offenen Blicks, des genauen Hinsehens, kann ohne Zweifel eine aufklärerische Funktion wahrnehmen. Sie erzählt uns viel über das, was wir nicht sehen, nicht wissen wollen. Aber wie ist ihre Funktionsweise genau zu beschreiben? Und an welchem Punkt kippt die drastische Reaktion ins Reaktionäre?

Gleichzeitig zielen Sehnsüchte und Begehren auf Intensität, auf Heavyness. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Kunst der Drastik nicht selten auf Langeweile fußt. Und so gehört es zur Kunst der Drastik als Flucht aus der Langeweile nicht in der Abstumpfung zu landen.Drastik als eine Strategie der Steigerung, der Zuspitzung, ist in der visuellen Gesellschaft zuerst eine Bildpolitik. Wie also funktioniert die Produktion von Drastik in der Massenkultur, in den Medien, in der Kunst? Welche Aufgaben nimmt sie dort wahr?

Wir freuen uns auf einen Abend über die Politik der Sichtbarmachung und die Kunst des Zeigens und Entgegnens. Unterstützt werden wir dabei von fantastischen Gästen wie dem Fotojournalisten Wolf Bowig, dem Regisseur und Autor Jörg Buttgereit, der Kulturwissenschaftlein Julie Miess oder der Kuratorin Anna-Catharina Gebbers. Im Am Ende steht eine drastische Party mit dem polar-DJ-Team. Wir wünschen einen krassen Film und kristallklare Erkenntnisse!

PROGRAMM:

Einführung /Heftvorstellung polar 16:
WAS IST DIE KUNST DER DRASTIK?
Peter Siller (polar)

Slide-Performance I:
IT WILL PASS
Wolf Bowig (Fotojournalist)

Slide-Performance II:
ÜBER MONSTER
Jörg Buttgereit (Regisseur/Autor) im Gespräch

Diskussion:
KRASS. ZUR FUNKTION DER DRASTIK IN GESELLSCHAFT UND KUNST
mit: Jörg Buttgereit (Regisseur/Autor), Julie Miess (Kulturwissenschaftlerin/Musikerin), Anna-Catharina Gebbers (Kuratorin), Peter Siller (polar)
Moderation: Arnd Pollmann (polar)

im Anschluss PARTY
mit drastischer Musik vom polar-DJ-Team


Mitwirkende:
Wolf Böwig ist Fotojournalist und lebt in Hannover. Er berichtet mit seinen vielfach ausgezeichneten Reportagen aus Krisengebieten aus der ganzen Welt (www.wolfboewig.de).

Jörg Buttgereit ist Regisseur und Autor diverser Arthouse-Horrorfile (u.a. Nekromantik, Schramm und Der Todesking), arte-TV-Dokumentationen (u.a. Monsterland und Durch die Nacht mit ...) und Theaterstücke (Captain Berlin Versus Hitler und Gabba Gabba Hey!). Er schreibt und inszeniert Hörspiele für den WDR und arbeitet als Filmkritiker für verschiedene Publikationen.

Anna-Catharina Gebbers ist Kuratorin, Dozentin und freie Autorin. Zuletzt kuratierte sie mit Klaus Biesenbach und Susanne Pfeffer die Ausstellung CHRISTOPH SCHLINGENSIEF in den KW Institute for Contemporary Art Berlin und MoMAPS.1 New York.

Julie Miess ist Kulturwissenschaftlerin und promovierte an der HU Berlin zur Konstruktion weiblicher Heldinnen im Horror-Genre (Neue Monster. Postmoderne Horrortexte und ihre Autorinnen). Als Musikerin spielte sie in der Band Britta und ist heute bei Half Girl und Strandmonster aktiv.

Arnd Pollmann ist Redakteur der Zeitschrift polar, Philosoph, und momentan vertretender Professor für Praktische Philosophie an der Universität Hamburg.

Peter Siller ist leitender Redakteur der Zeitzschrift polar. Er ist zudem Leiter der Inlandsabteilung der Heinrich-Böll-Stiftung. Zuvor Scientific Manager des Exzellenzclusters »Formation of Normative Orders« an der Goethe Universität Frankfurt/M und Mitglied des Planungsstabs im Auswärtigen Amt. Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie. Zahlreiche Veröffentlichungen zu politischer Theorie und Praxis.


Release polar 15: Screening – Diskussion – Barabend
Drinnen/Draußen. Über Grenzen und soziale Ausschlüsse

Donnerstag, 30. Januar 2014, 20:00 Uhr // Orange Peel, Kaiserstraße 39, Frankfurt am Main, Eintritt frei


Privatschule, Townhouse und Biocompany versus Problemkiez, Eckkneipe und Penny. Mit dem sozialen Gefälle wachsen auch die Grenzzäune - nicht nur zwischen einzelnen Ländern und Regionen, sondern auch innerhalb der Gesellschaften selbst. Häuserzeilen und ganze Stadtviertel verschwinden hinter Mauern und Alarmanlagen - sie werden zu „Gated Communities". Türsteher verweigern den Zugang zu exklusiven Räumen, Clubs und Netzwerke versprechen Vorteile für abstiegsgeängstigte Aufsteiger. Wer drin ist, schließt die Tür hinter sich ab! Wie könnte demgegenüber eine neue Politik der Inklusion aussehen? An welchen Orten, durch welcheInstitutionen kommt die Gesellschaft zusammen?

Vorstellung von polar 15:
Peter Siller, Leitender Redakteur polar, Berlin

Impulsvortrag und Diskussion
:
Sieghard Neckel, Soziologe, Frankfurt
»Zur Refeudalisierung der modernen Gesellschaft «

Diskussion mit Filmbeispielen aus der Medienarbeit des Gallus Zentrums:
Franca Schirrmacher, Gallus Zentrum, Frankfurt

Moderation:

Benjamin Pfeifer, Heinrich Böll Stiftung Hessen

Im Anschluss Party mit dem polar-DJ-Team

 


Release polar 15 („Grenzen“): Lesung – Gespräch - Diskussion – Konzert – Party
Willkommen im Club - Wer ist drinnen? Wer draußen? Von den sozialen Ausschlüssen unserer Gesellschaft

Mittwoch, 13. November 2013, 19.30 Uhr // Sophiensaele, Sophienstraße 18, Berlin, Eintritt frei

Privatschule, Townhouse und Biocompany versus Problemkiez, Eckkneipe und Penny. Mit dem sozialen Gefälle wachsen auch die Grenzzäune - nicht nur zwischen einzelnen Ländern und Regionen, sondern auch innerhalb der Gesellschaften selbst. Häuserzeilen und ganze Stadtviertel verschwinden hinter Mauern und Alarmanlagen - sie werden zu „Gated Communities". Türsteher verweigern den Zugang zu exklusiven Räumen, Clubs und Netzwerke versprechen Vorteile für abstiegsgeängstigte Aufsteiger. Wer drin ist, schließt die Tür hinter sich ab! Wie könnte demgegenüber eine neue Politik der Inklusion aussehen? An welchen Orten, durch welche Institutionen kommt die Gesellschaft zusammen?

Wir freuen uns auf einen facettenreichen Abend, an dem wir verschiedene Schlaglichter auf das Thema werfen. Die Schauspielerin Anna Blomeier liest einen Text zur Stigmatisierung der „Prolls", der der neuen polar voran gestellt ist. Malin Nagel ergründet im Gespräch mit Carsten Voss, wie schnell es geht, aus der Gesellschaft heraus zu fallen und unsichtbar zu werden. Peter Siller und Katja Kipping streiten über Strategien der sozialen Inklusion. Und der fantastische Friedrich Liechtenstein gibt schließlich eines seiner raren, legendären Konzerte. polar fragt nach der Desolidarisierung der Mitte und dem Verlust des öffentlichen Raums, nach den Chancen der Inklusion und dem Abbau von Blockaden, nach neuen Grenzen, Grenzverwischungen und geschützten Räumen, die nach Grenzziehung verlangen.

Programm:

LESUNG:
„Alle lachten. Die neue Stigmatisierung der Arbeiterklasse"
Anna Blomeier (Schauspielerin) liest aus dem Beitrag von Owen Jones

GESPRÄCH:
Draußen, vor der Tür
Malin Nagel (polar) im Gespräch mit Carsten Voss („querstadtein")

DISKUSSION:
Was heißt Inklusion?
Katja Kipping (MdB, Die Linke), Peter Siller (polar) u.a.

Moderation: Bertram Keller (polar)

KONZERT:
Friedrich Liechtenstein in concert

im Anschluss PARTY
mit dem polar-DJ-Team

Mitwirkende:
Anna Blomeier ist Schaupielerin. Nach dem Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater Hannover war sie Ensemblemitglied am Thalia Theater Hamburg und am Centraltheater Leipzig und arbeitete mit René Pollesch, Stephan Kimmig, Andreas Kriegenburg, Michael Thalheimer und anderen Regisseuren zusammen. Arbeiten für Film, u.a. 2006 „Requiem" (Regie: Hans-Christian Schmid) und 2010 "Goethe!" (Philip Stölzl), seit diesem Jahr ist sie zu sehen in der ZDF-Serie "Der Kriminalist".

Bertram Keller ist leitender Redakteur der Zeitschrift polar, Jurist und Philosoph. Er unterrichtet an der Universität Rostock und arbeitet als politischer Berater und Autor in Berlin. Neben Büchern liebt er den Tango und eine Bildhauerin.

Katja Kipping ist Bundesvorsitzende der Partei Die Linke und Mitglied des Deutschen Bundestages. In der letzten Legislatur war sie dort Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales.

Friedrich Liechtenstein begann 2003 mit den Elektronik-Produzenten Arnold Kasar und Nicholas Bussmann eine Karriere als Elektro-Pop-Musiker und Entertainer. Darüber hinaus initiierte Liechtenstein Kunstprojekte wie die Sparkling Love Towers World Tour (Fernsehturm/ Berlin), Pop-Varietés oder Hörbücher wie Der kleine Mann im Bauch. Liechtenstein tourte mit seiner Liveshow durch die Clubs.

Malin Nagel studierte Literatur-, Medien- und Musikwissenschaft in Kiel und Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und war während dieser Zeit als Regisseurin und Festivalleiterin tätig. Seit der Spielzeit 2011/12 ist sie Dramaturgieassistentin am Deutschen Theater Berlin und Redakteurin der Zeitschrift polar.

Peter Siller ist leitender Redakteur der Zeitzschrift polar. Er ist zudem Leiter der Inlandsabteilung der Heinrich-Böll-Stiftung. Zuvor Scientific Manager des Exzellenzclusters »Formation of Normative Orders« an der Goethe Universität Frankfurt/M und Mitglied des Planungsstabs im Auswärtigen Amt. Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie. Zahlreiche Veröffentlichungen zu politischer Theorie und Praxis.

Carsten Voss war 30 Jahre lang Manager in der Modebranche, u.a. Geschäftsführer der Modemesse „Bread and Butter" in Berlin. Ein Burnout zwang ihn zu einer Auszeit, aus der er nicht mehr zurück in den Job fand. Es folgte der ökonomische wie soziale Abstieg, der schließlich bis zur Obdachlosigkeit führte. Heute ist er wieder sesshaft und engagiert sich im Bereich Fundraising für Non-Profit-Organisationen Daneben arbeitet er ehrenamtlich in einer Wohnungslosen-Tagesstätte in Charlottenburg und bei „querstadtein", einem Verein, der Stadtführungen aus Sicht von Obdachlosen anbietet und damit gesellschaftliche Grenzen aufbricht.



Release Polar 14 - Diskussion - Barabend
Nur geträumt - Sex und Befreiung
Donnerstag, 4. Juli, 20.00 Uhr // Orange Peel, Kaiserstraße 39, Frankfurt am Main, Eintritt frei

Sex treibt uns um. Und an. In unseren Köpfen stapeln sich die Bilder. Vom idealen Körper, vom wahren Sex. Täglich vorgehalten durch Werbung und Pornografie. Wo die sexuelle Befreiung seit ‘68 das Spielfeld akzeptierter Beziehungsformen beispiellos erweitert hat, wachsen zugleich Überforderung, Frust und Langeweile. Wer über Sex redet, darf von den gesellschaftlichen Verhältnissen, von Gleichheit und Gerechtigkeit, nicht schweigen. Nach altem und neuem Feminismus sehen wir, wie die tradierten Rollenbilder wieder greifen. Ein Abend also über Sex als Ware und Utopie, über die Ambivalenz befreiter Sexualität und über Sex und Sexismus.


Diskussion und Vorstellung polar 14:
Peter Siller
leitender Redakteur polar, Berlin

Diskussion mit: 
Anna-Katharina Meßmer
Soziologin, Berlin 

Sophinette Becker
Sexualwissenschaftlerin, Frankfurt
 
Moderation:
Benjamin Pfeifer

Heinrich Böll Stiftung Hessen


Im Anschluss Party mit 
Thomas Biebricher (Polar-DJ-Team)

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen, von Polarkreis e.V. und Orange Peel

Release polar 14 (»Sex und Befreiung«): Performance - Diskussion – Lecture - Musik – Party
Die Revolution frisst ihre Kinder - Wie steht es um die sexuelle Befreiung?

Mittwoch, 29. Mai 2013, 19.30 Uhr // Sophiensaele, Sophienstraße 18, Berlin, Eintritt frei

Sex treibt uns um. Und an. In unseren Köpfen stapeln sich die Bilder. Vom idealen Körper, vom wahren Sex. Täglich vorgehalten durch Werbung und Pornografie. Gleichzeitig wachsen die Überforderung, der Frust, auch die Langeweile. Menschen leiden darunter, dass die anderen haben, was man selbst nicht hat. Und in der sexualisierten Gesellschaft verlieren wir mitunter das Gefühl wofür Sex gut ist, was ihn gut macht. Doch was ist die Bedeutung? Was das Geheimnis? Sex als eine Sprache der Liebe. Was geht verloren, wenn sie verloren geht? Wer über Sex redet, darf von den gesellschaftlichen Verhältnissen nicht schweigen. Die Frage nach dem sexuellen Stand der Dinge ist auch eine Frage nach dem Spielstand der Geschlechter. Nach altem und neuem Feminismus sehen wir, wie die alten Rollenbilder wieder greifen. Und aus dem vermeintlich postmodernen Spiel mit der Differenz wird bitterer Ernst. Eine richtige Beobachtung?

polarkreis e.V. feiert die 14. Ausgabe in den Sophiensaelen mit Performance, Lecture, Podium, Musik und Party. Uns erwartet ein tolles Line-up: Ausgehend von der Serie »Ungeschriebene Sexromane« von Alex Müller und anderen Texten, die in der neuesten Ausgabe von polar erschienen sind, eröffnen Schauspiel-Studierende der Hochschule »Ernst Busch« und der UdK den Abend mit einer szenischen Lesung. Darauf folgt ein Gespräch zu »Sex und Befreiung« mit den Journalistinnen Andrea Roedig und Svenja Flaßpöhler. Jens Friebe wird eine kurze Lecture zum Verhältnis von »Queerness und Aristokratie« halten und dabei möglicherweise nicht nur sprechen, sondern auch etwas spielen. Das ganze mündet dann in eine Aftershow-Party, in denen er als DJ Musik zum Thema des Abends kuratiert. Ein Abend also über Sex als Sprache und Medium, als Ware und Utopie, über sexuelle Gerechtigkeit, über befreite Sexualität und den Rollback der Geschlechterverhältnisse, über guten Sex jenseits von Sexismus.

PROGRAMM:

PERFORMANCE
»Der Sex selbst spricht einen befreienden Monolog«
Konzept und Regie: Malin Nagel und Hannes Oppermann
Mit:
Jan-Gerrit Brüggemann, Matthias Mosbach, Anton Rubtsov, Kara Schröder, Léon Schröder, Anton Spieker, Anton Weil


DISKUSSION
Andrea Roedig (Journalistin), Svenja Flaßpöhler (Philosophie Magazin) u.a.
Moderation: Peter Siller / Bertram Keller (polar)

LECTURE
Jens Friebe: Queerness und Aristokratie

im Anschluss
PARTY
mit Jens Friebe (polar-DJ-Team)


Mitwirkende:
Wie Chen ist Konzertpianist in Berlin, hat kürzlich sein Studium an der Universität der Künste abgeschlossen und konzertiert momentan hauptsächlich in Taiwan und Deutschland.

Svenja Flaßpöhler ist stellvertretende Chefredakteurin des Philosophie Magazins. 2006 wurde sie in Philosophie promoviert (Der Wille zur Lust. Pornographie und das moderne Subjekt, Campus 2007).

Jens Friebe studierte Musikwissenschaft, Anglistik und Philosophie und spielte in Bands wie Bum Khun Cha Youth und Parka. Bislang sind von Jens Friebe 4 Soloalben erschienen. Neben seiner Tätigkeit als Solokünstler spielt Jens Friebe Schlagzeug bei der Berliner Band Britta und ist als Journalist und Autor tätig, unter anderem für Intro & Hommage.

Bertram Keller ist leitender Redakteur der Zeitschrift polar, Jurist und Philosoph. Er unterrichtet an der Universität Rostock und arbeitet als politischer Berater und Autor in Berlin. Neben Büchern liebt er den Tango und eine Bildhauerin.

Malin Nagel studierte Literatur-, Medien- und Musikwissenschaft in Kiel und Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und war während dieser Zeit als Regisseurin und Festivalleiterin tätig. Seit der Spielzeit 2011/12 ist sie Dramaturgieassistentin am Deutschen Theater Berlin und Redakteurin der Zeitschrift polar.

Hannes Oppermann studierte Theater und Musik in Hildesheim. Dort war er unter anderem als Performer und Regisseur für unterschiedliche Projekte verantwortlich, realisierte Festivals und schrieb Theaterkritiken. Seit 2012 studiert er Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig.

Andrea Roedig ist freie Journalistin in Wien. Sie promovierte im Fach Philosophie. Von 2001 bis 2006 leitete sie in Berlin die Kulturredaktion der Wochenzeitung Freitag. Zahlreiche Publikationen im Bereich Gender, Alltagsreportage, Kulturessay.

Peter Siller ist leitender Redakteur der Zeitzschrift polar. Er ist zudem Leiter der Inlandsabteilung der Heinrich-Böll-Stiftung. Zuvor Scientific Manager des Exzellenzclusters »Formation of Normative Orders« an der Goethe Universität Frankfurt/M und Mitglied des Planungsstabs im Auswärtigen Amt. Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie. Zahlreiche Veröffentlichungen zu politischer Theorie und Praxis. 


Release polar 13 („Aufstand“): Lesung - Diskussion – Konzert – Party
Wohin mit dem Protest? Vom Tahrir-Platz zu Pussy Riot: Formen und Motive des globalen Protests

Donnerstag, 29. November 2012, 20.00 Uhr // Sophiensaele, Sophienstraße 18, Berlin, Eintritt frei

In vielen Regionen der Welt nehmen die Jungen das Heft in die Hand, um Diktaturen zu stürzen oder Reformen zu erzwingen. Im „arabischen Frühling" wurden Regime mit Mut, Leidenschaft und Kreativität zu Fall gebracht. Aber auch in anderen Regionen und Ländern - Tel Aviv, Athen, Madrid, Moskau, Santiago de Chile, ja: sogar Stuttgart - stehen die Menschen auf. Eine neues globales 68?

Auch in den wohlhabenden Gesellschaften des Westens wächst unter dem Druck der Wirtschafts- und Finanzkrise der Widerstand - mit Blick auf die soziale Frage, aber auch mit Blick auf demokratische Beteiligung. Doch inwieweit lassen sich diese verschiedenen Phänomene auf einen gemeinsamen Nenner bringen? Wo lassen sich Verbindungen erkennen, wo Gegensätze, wo Missverständnisse?

Wir fragen bei der Release-Veranstaltung nach den Formen und den Motiven des globalen Protests. Wir lassen uns zur politischen Lage aus den verschiedenen Regionen berichten. Ausgehend von Pussy Riot fragen wir nach den Möglichkeiten und den Problemen der künstlerischen Intervention. Und ausgehend von zeitgenössischen intellektuellen Positionen fragen wir nach der Wegen und Irrwegen der wissenschaftlichen Intervention.

polarkreis e.V. feiert die 13. Ausgabe in den Sophiensaelen mit Lesung, Podiumsdiskussion Konzert und Party. Wir freuen uns auf interessante Gäste und ein tolles Konzert von unserem Redakteur, dem großartigen Johannes von Weizsäcker von The Chap. Ein Abend über den neuen Protest, seine Gründe und seine Ziele, über Aufstände und Zwergenaufstände, über die Kraft der künstlerischen Intervention, über Negation, Alternativen und die Zukunft unserer Demokratie.


Lesung:

Daniel Hoevels (Deutsches Theater): Schlussmonolog aus ,Capitalista Baby‘

 

Diskussion:

Micha Brumlik (Publizist), Tobias Weihmann (Internetaktivist), Regina Kreide (Philosophin) u.a.

Moderation: Peter Siller / Bertram Keller (polar)

 

Konzert:

Johannes von Weizsäcker (The Chap) solo

 

im Anschluss Party

mit Jens Friebe vom polar-DJ-Team

 

 

Daniel Hoevels, 1978, studierte von 1997–2000 Politische Wissenschaften in Berlin und erhielt 2001–2004 seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Von 2004–2009 war er Ensemblemitglied am Thalia Theater Hamburg. Dort arbeitete er in zahlreichen Inszenierungen mit den Regisseuren David Bösch, Jorinde Dröse, Andreas Kriegenburg, Stephan Kimmig, Jette Steckel, Armin Petras und Nicolas Stemann. Seit der Spielzeit 2009/10 ist er Ensemblemitglied am Deutschen Theater und hier u.a. in der Inszenierung ‚Diebe‘ von Andreas Kriegenburg, ‚Maria Stuart‘ in der Regie von Stephan Kimmig, ;Jochen Schanoote‘ von Frank Abt und in ,Capitalista Baby‘ und ,Demokratie‘ von Tom Kühnel und Jürgen Kuttner zu sehen.

Micha Brumlik ist Publizist und Professor am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Daneben leitete er von Oktober 2000 bis 2005 als Direktor das Frankfurter Fritz Bauer Institut, Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust.

Tobias Weihmann, 1980, freischaffender Softwareentwickler, interessiert sich besonders für die Anwendung neuer Medien im zivilgesellschaftlichen Bereichs. Studierte Russisch und Belarussisch während eines zweijähigen Aufenthaltes in Minsk und schloss dabei Kontakte zu lokalen Initiativen. Beratung und Organisation von Seminaren für belarussische und russische Aktivisten und NGOs, u.a. zu den Themen Datensicherheit, Visuelle Kommunikation und kreative Taktiken im Netz. Wohnt jetzt in Berlin und Vilnius, ist Mitglied der deutsch-belarussischen Gesellschaft und des Büros für Antipropaganda, organisiert und unterstützt Treffen für Belarussen und Belarusfreunde, darunter einen Kongress der Diaspora in Berlin. Arbeitet zusammen mit Künstlern und Menschenrechtlern an einer interaktiven Karte der politischen Repressionen in Belarus.

Regina Kreide ist Professorin für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Zahlreiche Publikationen zu Gerechtigkeits- und Demokratietheorie. Zuletzt: „Demokratie und Gerechtigkeit in Verteilungskonflikten“ (Hrg, mit Claudia Landwehr und Katrin Toens), Baden Baden 2012.

Jens Friebe studierte Musikwissenschaft, Anglistik und Philosophie und spielte in Bands wie Bum Khun Cha Youth und Parka. Bislang sind von Jens Friebe 4 Soloalben erschienen. Neben seiner Tätigkeit als Solokünstler spielt Jens Friebe Schlagzeug bei der Berliner Band Britta und ist als Journalist und Autor tätig, unter anderem für Intro & Hommage.

Johannes von Weizsäcker, 1973, ist Popmusiker, Filmkomponist und freier Autor. Seit 2002 ist er Mitglied der Band The Chap. Er lebt in London und Berlin. Zuletzt erschien von The Chap “We are Nobody” bei Lo Records.

Peter Siller ist leitender Redakteur der Zeitzschrift polar.  Er ist Leiter der Abteilung Inland der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin.  Zuvor Scientific Manager des Exzellenzclusters »Formation of Normative Orders« an der Goethe Universität Frankfurt/M.und Mitglied des Planungsstabs im Auswärtigen Amt. Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie. Zahlreiche Veröffentlichungen zu politischer Theorie und Praxis.

Bertram Keller ist leitender Redakteur der Zeitschrift polar, Jurist und Philosoph. Er unterrichtet an der Universität Rostock und arbeitet als politischer Berater und Autor in Berlin. Neben Büchern liebt er den Tango und eine Bildhauerin.



Veranstaltung in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Hessen
Vom Glanz der Städte. Versprechen & Enttäuschungen
 21. November 2012, 19:30 Uhr // Kunstverein Frankfurt, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main

Die Stadt feiert ein großes Comeback. Ihre Lichter strahlen bis in die tiefste Provinz. Und alle wollen dabei sein. Die Jungen, weil was los ist. Die Mittelalten wegen der Dienstleistungs- und Kreativjobs. Und die Älteren, weil die Infrastrukturauf dem Land vor die Hunde gegangen ist. Aber können die Städte ihre großen Versprechen halten? Teil der pulsierenden Stadt zu sein ist alles andere als einfach und die Ernüchterung kann schmerzlich sein. Gemeinsam alleine. Die Entwicklung ist widersprüchlich: Während bestimmte Städte massiv an Einwohnern verloren haben oder wegen leerer Kassen unter Nothaushalten verwaltet werden, stehen andere voreiner beispiellosen Wachstumsphase von gründerzeitlicher Dimension. Und auch der Riss durch die Städte nimmt zu: Die »GatedCommunities« wachsen ebenso wie die sozial schwachen Viertel. Die Stadt als Beute. Polarkreis e.V. und die Heinrich Böll Stiftung Hessen eröffnen aus Anlass der zwölften Ausgabe von polar im Frankfurter Kunstverein das Gespräch mit Podiumsdiskussion und Party. Ein Abend zu den Versprechen und Enttäuschungen der Stadt. Wir fragen: Wem gehört sie? Wer entscheidet über ihre Zukunft? Ein Abend über Stadtutopien undStadtentwicklung, Nichtorte und öffentlichem Raum, über Megacities und den Stolz der Provinz. polar #12 Release – Diskussion – Party. In Kooperation mit polarkreis e.V.

Vorstellung polar #12
Thomas Biebricher,Peter Siller (polar)

Diskussion mit Arno Brandlhuber (Architekt, Professor für Stadtforschung Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg), Peter Siller (leitender Redakteur polar, Berlin), Susanne Heeg (Professorin für Stadtforschung, Goethe Universität Frankfurt am Main), Thomas Biebricher (Redaktion polar, Moderation), Benjamin Pfeifer (Heinrich Böll Stiftung Hessen).


Release polar 12: Hörspiel - Performance - Diskussion – Party
Der Glanz der Metropole. Versprechen und Enttäuschungen der Stadt

Samstag, 19. Mai 2012, 18.00 Uhr // Sophiensaele, Sophienstraße 18, Berlin Eintritt frei

Die Stadt feiert ein großes Comeback. Ihre Lichter strahlen bis in die tiefste Provinz. Und alle wollen dabei sein. Die Jungen, weil was los ist. Die Mittelalten wegen den Dienstleistungs- und Kreativjobs. Und die Älteren, weil die Infrastruktur auf dem Land vor die Hunde gegangen ist. Aber können die Städte ihre großen Versprechen halten?

Teil der pulsierenden Stadt zu sein ist alles andere als einfach und die Ernüchterung kann schmerzlich sein. Gemeinsam alleine. Die Entwicklung ist widersprüchlich: Während bestimmte Städte massiv an Einwohnern verloren haben oder wegen leerer Kassen unter Nothaushalten verwaltet werden, stehen andere vor einer beispiellosen Wachstumsphase von gründerzeitlicher Dimension. Und auch der Riss durch die Städte nimmt zu: Die „Gated Communities" wachsen ebenso wie die sozial schwachen Viertel. Die Stadt als Beute.

Gleichzeitig sind die Städte Refugien für andere Lebensformen und Lebensstile, Laboratorien für andere Formen des Zusammenlebens, des Arbeitens, des Wohnens und der Mobilität. Die Stadt als Befreiung.

Entsprechend wurde über die Stadt in den letzten Jahren viel nachgedacht und geschrieben - und doch bleiben die einzelnen Gruppen seltsam unter sich: Stadtplaner reden mit Stadtplanern, Stadtpolitiker mit Stadtpolitikern, Stadttheoretiker mit Stadttheoretikern, Architekten mit Architekten; Künstler mit Künstlern. Und viele reden gar nicht mit.

polarkreis e.V. feiert die zwölfte Ausgabe in den Sophiensaelen mit Hörspiel, Performance, Podiumsdiskussion und Party. Ein Abend zu den Versprechen und Enttäuschungen der Stadt. Wir fragen: Wem gehört sie? Wer entscheidet über ihre Zukunft? Ein Abend über Stadtutopien und Stadtentwicklung, Nichtorte und öffentlichem Raum, über Megacities und den Stolz der Provinz.

 

Heftvorstellung: Peter Siller / Bertram Keller (polar)

"Eine Million" - Hörspiele aus Neukölln von Sina Ness

"Zentralregister urbaner Utopien" - Eine abendbegleitende Performance mit
Tombola von Theorie- und Praxisgemeinschaft Dr. Fahimi


Diskussion:

Nina Brodowski (Stadtforscherin)

Ludger Schwarte („Philosophie der Architektur")

Nils Stelter (Architekt / Leibniz Universität Hannover)

Moderation: Anna-Catharina Gebbers


im Anschluss Party mit Jens Friebe vom polar-DJ-Team

Nina Brodowski ist Kulturwissenschaftlerin und Stadtforscherin, arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Geschichte und Kultur der Metropole an der HafenCity Universität in Hamburg. Sie ist zudem als Stadt- und Kulturvermittlerin im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung tätig.

Ludger Schwarte ist Professor für Philosophie an der Kunstakademie Düsseldorf und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik. 2009 veröffentlichte er "Philosophie der Architektur" im Fink Verlag, München.

Nils Stelter ist Architekt bei Weinmiller Architekten in Berlin und arbeitet an der Leibniz Universität Hannover als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Entwerfen und Gebäudelehre.

Anna-Catharina Gebbers ist Redakteurin der Zeitschrift polar. Zusammen mit Arno Brandlhuber, Silvan Linden und Christian Posthofen organisiert sie mit der Akademie c/o öffentliche Seminare, die um Fragen der Architektur als Ordnen von sozialen Beziehungen durch Gebautes kreisen. Zudem ist sie Publizistin, Ausstellungsmacherin und Gast-Dozentin an der UDK Berlin, der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und am Forschungsinstitut für Musiktheater/Universität Bayreuth.  

Peter Siller ist leitender Redakteur der Zeitzschrift polar.  Er ist zudem Scientific Manager des Exzellenzclusters »Formation of Normative Orders« an der Goethe Universität Frankfurt/M. Zuvor Leiter der Inlandsabteilung der Heinrich Böll Stiftung und Mitglied des Planungsstabs im Auswärtigen Amt. Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie. Zahlreiche Veröffentlichungen zu politischer Theorie und Praxis.

Bertram Keller ist leitender Redakteur der Zeitschrift polar, Jurist und Philosoph. Er unterrichtet an der Universität Rostock und arbeitet als politischer Berater und Autor in Berlin. Neben Büchern liebt er den Tango und eine Bildhauerin.

Jens Friebe studierte Musikwissenschaft, Anglistik und Philosophie und spielte in Bands wie Bum Khun Cha Youth und Parka. Bislang sind von Jens Friebe 4 Soloalben erschienen. Neben seiner Tätigkeit als Solokünstler spielt Jens Friebe Schlagzeug bei der Berliner Band Britta und ist als Journalist und Autor tätig, unter anderem für Intro & Hommage.

Sina Ness
, 1982, studierte Philosophie sowie Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus. Sie schreibt Hörspieltexte, Prosa und Lyrik und leitet eine Hörspielwerkstatt für Kinder in Berlin-Neukölln.

Theorie- und Praxisgemeinschaft Dr. Fahimi
, ist ein Berliner Künstlerkollektiv. Gemeinsame Projekte waren zuletzt das "FensterFrontFestival", "Tag am Meer" und der "Bürgerinitiativengenerator (BIG)".



Release polar 11: Lesung - Diskussion – Konzert – Party
Wieviel Sicherheit? Risiko und Angst in der entsicherten Welt


Dienstag, 13. Dezember 2011, 19.30 Uhr // Sophiensaele, Sophienstraße 18, Berlin
Eintritt frei  

„Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit in einer Welt in der nichts sicher scheint“ singen die Chart-Breaker Silbermond und treffen damit den Zeitgeist. Während früher „Wagnis“ und „Risiko“ die Zauberworte waren, so scheint es heute gerade der Schutz vor den Risiken der Welt zu sein, der schon die Jugend umtreibt. Vom Rest ganz zu schweigen. Entsprechend sehen etwa die Goldenen Zitronen in Silbermond „die unwidersprochene Speerspitze des popkulturell verhandelten Sicherheits-Dispositivs“. 

polar geht diesem neuen Sicherheitsbegehren auf den Grund. Sicherheit war bislang die Leitmelodie der Konservativen. Heute vernimmt man das Leiden an Flexibilisierung und Mobilisierung von allen Seiten. „Lebe wild und gefährlich“ – das war einmal. Unter dem Eindruck von Prekarisierung und Desolidarisierung, Terrorgefahr und Arbeitswandel, Finanzkrise und Klimazerstörung hat sich die Matrix verschoben. In einer entsicherten Welt wächst die Nachfrage nach Stabilität. Angst scheint der Ratgeber der Stunde. Ein guter Ratgeber? Wenn wir über Sicherheit reden, reden wir auch über Freiheit. Denn Freiheit enthält Risiken. Was geschieht eigentlich unter dem Sicherheits-Dispositiv mit unseren Wünschen nach Selbstbestimmung und Emanzipation? Freiheit kann Sicherheit gefährden, aber gelebte Freiheit setzt auch Sicherheit voraus.

polarkreis e.V. feiert die elfte Ausgabe in den Sophiensaelen mit Lesung, Podiumsdiskussion Konzert und Party. Es geht um das Widerspiel von Sicherheit und Risiko mit Blick auf die alltägliche Lebensführung, auf Lebensformen und Lebensstile. Mit Blick auf Arbeit und Alter, Freundschaft und Beziehung. „Nickt der Kopf nur noch mit, weil die Furcht alles ist und das Leben nur im Fünfwürstchengriff?“ Hoffentlich nicht.

 

Lesung:

Philipp Schönthaler (Autor; "Nach oben ist das Leben offen")

Diskussion:

Christiane Rösinger (Musikerin, Autorin)

Kendra Briken (Soziologin, Universität Bremen)

Thomas Biebricher (Politikwissenschaftler, Goethe Universität Frankfurt am Main)

Jens Friebe (Musiker, Autor)

Moderation: Peter Siller / Bertram Keller (polar)

Christiane Rösinger spielt im Anschluss einige ihrer fantastischen Lieder.

im Anschluss Party mit Jens Friebe und Julie Miess (Britta / I.M. Monster) vom polar-DJ-Team


Release polar 10: Theaterperformance - Diskussion - Party
Endlich! Der Tod in Leben und Kunst

30. April 2011, 19.30 Uhr // Sophiensaele, Sophienstraße 18, Berlin

Eintritt frei

Die Zeitschrift polar lädt aus Anlass des Erscheinens ihrer 10. Ausgabe wieder in die Sophiensaele. Über die Endlichkeit – und was aus ihr folgt – gemeinsam nachzudenken und zu sprechen ist wahrscheinlich eines der letzten Tabus unserer Gesellschaft. Niemand will sie an sich heranlassen. Niemand sich mit ihr befassen. Zumindest solange, bis sie bei Angehörigen, Freunden oder einem selbst anklopft. Und so vertagen wir das Leben, unsere Wünsche und Sehnsüchte. Heute nochmals in Büro. Morgen ist auch noch ein Tag. Wirklich? Sich den Tod schön reden ist eine Möglichkeit: Schritt ins ewige Leben, ewige Widerkehr, etwas schaffen, das bleibt. Ihm Rechnung zu tragen eine andere. Dann lautet die entscheidende Frage: Gibt es ein Leben vor dem Tod? Und was müssen wir dafür tun, was lassen? Der Tod als Aufruf zu leben. Dabei macht es doch einen Unterschied ums Ganze, ob wir vergehen oder ob wir ewig leben. Man muss nicht wie Elias Canetti dem Tod den Krieg erklären um zu begreifen: Du hast nur dies eine Leben. Und wir sollten uns darüber austauschen, was daraus folgt – individuell, im engen Kreis, aber auch gesellschaftlich und politisch. Fragen wir also nochmals philosophisch nach dem Skandal des Todes und wie wir mit ihm umgehen sollen. Fragen wir politisch nach einer Lebensführung und einer Gesellschaft, die dem Memento Mori Rechnung trägt. Und wo Philosophie und Politik schweigen: Schauen wir auf die Kunst als Bearbeiterin dieser Fragen. Eine Veranstaltung über den Tod als Skandal und Politikum, über das Leben in der Immanenz, über große und kleine Tode. All das diskutieren wir mit interessanten Gästen aus Philosophie, Kulturwissenschaft und Politik. 

polarkreis e.V. feiert die zehnte Ausgabe in den Sophiensaelen mit Präsentation, Podiumsdiskussion und anschließendem Tanz in den Mai mit Jens Friebe und Julie Miess (Britta / I.M. Monster) vom polar-DJ-Team.

Am Beginn des Abends steht eine kurze Performance zum Thema Tod von der Theatergruppe "Rom/Karthago" aus Anlass des 15. Todesjahres von Heiner Müller.
 

Die Diskussion findet statt mit
Thomas Macho (Kulturwissenschaftler, HU Berlin, Die neue Sichtbarkeit des Todes)
Petra Gehring (Philosophin, TU Darmstadt, Theorien des Todes)
Peter Siller (polar)
u.a.
Moderation: Bertram Keller (polar)

im Anschluss:
Tanz in den Mai mit Jens Friebe und Julie Miess (Britta / I.M. Monster) vom polar-DJ-Team

Zu den DiskutantInnen:

Thomas Macho ist seit 1993 Professor für Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Mit einer Arbeit über Todesmetaphern habilitierte er sich 1983 für das Fach Philosophie an der Universität Klagenfurt. In dem von ihm mit Kirstin Marek herausgegebenen Buch Die neue Sichtbarkeit des Todes wird die Frage nach zeitgenössischen Visualisierungsstrategien des Todes und der Toten anhand von zahlreichen Beispielen aus Künsten und Medien diskutiert. Macho war Mitbegründer des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik und von 2006 bis 2008 Dekan der Philosophischen Fakultät III. Von 2008 bis 2009 war er Fellow am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie an der Bauhaus-Universität Weimar. Von Beginn des Sommersemesters 2009 bis zum Ende des Wintersemesters 2010/2011 war er Direktor des Instituts für Kulturwissenschaft.

Petra Gehring ist Professorin für Theoretische Philosophie an der Technischen Universität Darmstadt. Zu ihren letzten Veröffentlichungen zählen u.a.: Theorien des Todes zur Einführung (Junius 2010) und Traum und Wirklichkeit. Zur Geschichte einer Unterscheidung (Campus 2008).

Peter Siller ist Leitender Redakteur der Zeitschrift polar. Er arbeitet als Scientific Manager des Exzellenzclusters »Formation of Normative Orders« an der Goethe Universität Frankfurt/M. Zuvor Leiter der Inlandsabteilung der Heinrich Böll Stiftung und Mitglied des Planungsstabs im Auswärtigen Amt. Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie. Zahlreiche Veröffentlichungen zu politischer Theorie und Praxis. In der 10. Ausgabe von polar findet sich ein Aufsatz zu Endlichkeit und Emanzipation mit Blick auf Herk Harveys Film Carnival of Souls.

u.a.

polar-DJs Tanz in den Mai:

Jens Friebe studierte Musikwissenschaft, Anglistik und Philosophie und spielte in Bands wie Bum Khun Cha Youth und Parka. Bislang sind von Jens Friebe 4 Soloalben erschienen. Neben seiner Tätigkeit als Solokünstler spielt Jens Friebe Schlagzeug bei der Berliner Band Britta und ist als Journalist und Autor tätig, unter anderem für Intro & Hommage.

Julie Miess ist Musikerin bei Britta, Jens Friebe und I.M. Monster sowie gefragte Horror-Expertin. Sie hat ihre Doktorarbeit (Neue Monster. Postmoderne Horrortexte und ihre Autorinnen) zu weiblichen Monstern geschrieben. Für den von ihr verehrten Musiker Lemmy Kilmister von der Gruppe Motörhead schreib sie den Titel “Lemmy, I’m a feminist, but I love you all the way”, den sie mit ihrem Projekt I.M. Monster vertonte.




Release polar 9: Präsentation - Diskussion - Party
„Ein besseres Morgen. Fortschritt“
 

3. Dezember 2010, 19.30 Uhr // Sophiensaele, Sophienstraße 18, Berlin
Eintritt frei

Fortschritt war einst das Zauberwort der Linken, um der Hoffnung und der Zuversicht auf ein besseres Morgen Ausdruck zu geben. Mit der Aufklärung verband sich auch der Glaube an kulturellen und moralischen Fortschritt. Mit dem technologischen und ökonomischen Fortschritt verband sich die Hoffnung auf einen entsprechenden sozialen Fortschritt. Und selbst die Weiterentwicklung der Demokratie war Gegenstand der Fortschrittsidee. Heute scheint der Optimismus von Fortschritt passé. Wenn es schon kein Zurück in eine goldene Vergangenheit gibt, dann soll doch wenigstens alles so bleiben wie es ist. In den meisten Feuilletons regiert der Kulturpessimismus. Die Welt: zu laut, zu bunt, zu schnell. Applaus der Intellektuellen ist sicher. Aber die Kraft zu notwendigen Veränderungen gerade im sozialen und ökologischen Bereich kann unsere Gesellschaft nur aufbringen, wenn wir den Fortschrittsgedanken wieder entdecken und neu formulieren. Jede Gesellschaft braucht Aussicht auf eine Veränderung zum Besseren, braucht Ziele und Visionen. Grundlage einer politischen Idee des Fortschreitens kann dabei kein naiver Fortschrittsglaube sein, sondern nur eine intensive kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff des Fortschritts, der Utopie und der Idee menschlicher Entwicklung insgesamt. Diese Fragen diskutieren wir mit interessanten Gästen aus Wissenschaft, Politik und Kultur.

polarkreis e.V. feiert die neunte Ausgabe in den Sophiensaelen mit Präsentation, Podiumsdiskussion und anschließender Party mit dem polar-DJ-Team

Diskussion mit
Ralf Fücks (Heinrich Böll Stiftung)
Ina Kerner (Politikwissenschaftlerin, Humboldt Universität)
Tobias Dürr („Berliner Republik" / Progressives Zentrum)
Moderation: Peter Siller (polar)

im Anschluss Party mit dem polar-DJ-Team

Zu den DiskutantInnen:

Tobias Dürr
ist Vorsitzender und Initiator des Progressiven Zentrums. Politikwissenschaftler, Publizist, Buchautor, Redenschreiber und Politikberater. Seit 2001 unter anderem Chefredakteur der ZeitschriftBerliner Republik in Berlin. Zuvor Hochschuldozent sowie Politik- und Essayredakteur der Wochenzeitung „Die Zeit".

Ralf Fücks
ist Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung. Er publiziert in den großen deutschen Tages- und Wochenzeitungen, in internationalen politischen Zeitschriften sowie im Internet zum Themenkreis Ökologie-Ökonomie, Politische Strategie, Europa und Internationale Politik.

Ina Kerner
ist Juniorprofessorin am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Letzte Buchveröffentlichung: Differenzen und Macht. Zur Anatomie von Rassismus und Sexismus (Campus 2009)

 


Release polar 8: Lesung - Diskussion - Party
''Unterm Strich. # Leistung''

4. Juli 2010, 19.30 Uhr // Sophiensaele, Sophienstraße 18, Berlin

Der Streit um Leistung
Wer verdient was?

Ein polar-Abend in den Sophiensaelen zu einem Begriff, der gerade in der
aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise bewegt. Leistung muss sich wieder
lohnen« - mit diesem Slogan gewinnt man heutzutage Wahlen. Effizienz und
Leistungssteigerung sind Diktum unserer Zeit und längst nicht mehr nur in
wirtschaftlichen Zusammenhängen gültig. Dabei bleibt allerdings völlig
unklar, was mit »Leistung« eigentlich gemeint sein könnte. Geld gibt es im
Casino-Kapitalismus nicht für Anstrengung, sondern für Gewinne. Und vielen
Menschen, die gerne etwas einbringen würden, ist der Weg in Arbeit und
Einkommen versperrt. Leistung steht überdies immer in Relation zu den
Ausgangsbedingungen. Herkunft, Talente und Handicaps spielen eine größere
Rolle, als der uniforme Leistungsgedanke uns weismachen will.

polar nimmt an diesem Abend den Leistungsbegriff unter die Lupe: Welche
Vorstellungen von Leistung gibt es? Welche Kriterien? Welche Kritik? Wer
verdient was? Eine Veranstaltung zu Anstrengung und Erfolg, Reichtum und
Rendite, soziale Blockaden und nicht zuletzt über den Mythos von der
Leistungsgesellschaft. Diese Fragen diskutieren wir mit Interessanten
Gästen, die uns weiter helfen könnten.

polarkreis eV feiert die achte Ausgabe in den Sophiensaelen mit
Kurzpräsentation, Lesung, Podiumsdiskussion und anschließender Party.

Begrüßung / Heftvorstellung:

Peter Siller (polar)

Lesung:

Kathrin Passig

Diskussion:

Christoph Menke (Philosoph, Universität Frankfurt am Main)

Kathrin Passig
(Schriftstellerin)

Fritz Kuhn
(MdB, Bündnis 90/Die Grünen)

Moderation: Robin Celikates (polar)

Party:

polar-DJ-Team

 
Zu den DiskutantInnen:

Christoph Menke ist Philosoph und Germanist und seit 2009 Professor für Philosophie in  Frankfurt am Main. Er arbeitet schwerpunktmäßig zu Themen Politischen Philosophie und  Rechtsphilosophie Demokratie und Gleichheit; Geschichte und Begriff subjektiver Rechte; zu Theorien der Subjektivität (Fähigkeiten und Handeln; Geist und innere Natur), zur Ethik (Gelingen und Misslingen; Theorien des Tragischen) und zur Ästhetik (Ästhetik der Moderne; Tragödie und Theater).

Kathrin Passig ist eine  Journalistin und  Schriftstellerin. Dem von der ZIA betriebenen Weblog Riesenmaschine, an dem Passig sowohl inhaltlich als auch in der Entwicklung der Software maßgeblich beteiligt ist, wurde 2006 ein Grimme Online Award verliehen. Mit ihrem literarischen Debüt, der Erzählung Sie befinden sich hier, die in der Form des inneren Monologes Not und Verwirrung einer im Schnee erfrierenden Person schildert, gewann Passig 2006 den Ingeborg-Bachmann-Preis und den Kelag-Publikumspreis bei den Klagenfurter Tagen der Deutschsprachigen Literatur.

Fritz Kuhn ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag und Politischer Koordinator des Arbeitskreises I für Wirtschaft, Arbeit und Soziales der Fraktion. Er ist zudem Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie des Deutschen Bundestages.


Release polar 8
''Unterm Strich. # Leistung''

2. Juni 2010, 20.00 Uhr //
karl marx buchhandlung, Jordanstr. 11, Frankfurt/M.

Was heißt "Leistung"?

Deutungen eines umkämpften Begriffs

Ein polar-Abend in der karl marx buchhandlung zu einem Begriff, der gerade
in der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise bewegt. "Leistung muss sich
wieder lohnen" - mit diesem Slogan gewinnt man heutzutage Wahlen. Effizienz
und Leistungssteigerung sind Diktum unserer Zeit und längst nicht mehr nur
in wirtschaftlichen Zusammenhängen gültig. Dabei bleibt allerdings völlig
unklar, was mit »Leistung« eigentlich gemeint sein könnte. Geld gibt es im
Casino-Kapitalismus nicht für Anstrengung, sondern für Gewinne. Und vielen
Menschen, die gerne etwas einbringen würden, ist der Weg in Arbeit und
Einkommen versperrt. Leistung steht überdies immer in Relation zu den
Ausgangsbedingungen. Herkunft, Talente und Handicaps spielen eine größere
Rolle, als der uniforme Leistungsgedanke uns weismachen will.

polar nimmt an diesem Abend den Leistungsbegriff unter die Lupe: Welche
Vorstellungen von Leistung gibt es? Welche Kriterien? Welche Kritik? Wer
verdient was? Eine Veranstaltung zu Anstrengung und Erfolg, Reichtum und
Rendite, soziale Blockaden und nicht zuletzt über den Mythos von der
Leistungsgesellschaft. Diese Fragen diskutieren wir mit interessanten
Gästen, die uns weiter helfen könnten

Diskussion mit

Kai Dröge (IfS, "Rückkehr der Leistungsfrage")

Kendra Briken (Goethe Universität, "Arbeit und Subjekt in der privaten Sicherheitsindustrie«)

Thomas Biebricher (Goethe Universität, "Variationen des Neoliberalismus und ihre Transformation")

Moderation: Peter Siller (polar), Martin Saar (polar)

Zu den DiskutantInnen:

Kai Dröge, 1972, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität von Lausanne und am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main sowie Dozent an der Hochschule Luzern Wirtschaft. 2008 erschien von ihm der zusammen mit Kira Marrs und Wolfgang Menz herausgegebene Sammelband "Rückkehr der Leistungsfrage. Leistung in Arbeit, Unternehmen und Gesellschaft" (edition sigma).

Kendra Briken, 1972, lehrt am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe Universität Frankfurt/M. Aktuelle Projekte sind »Arbeit und Subjekt in der privaten Sicherheitsindustrie« und »Grenzen des Gendermainstreaming? Professionalisierung der akademischen (Selbst)Verwaltung und die Beharrlichkeit von >doing gender<« 

Thomas Biebricher, 1974, ist Nachwuchsgruppenleiter (Variationen des Neoliberalismus und ihre Transformation) am Exzellenzcluster 'Herausbildung normativer Ordnungen' and der Goethe-Universität Frankfurt am Main. 2005 erschien Selbstkritik der Moderne. Habermas und Foucault im Vergleich (Campus).


polar präsentiert
Die Zukunft der Demokratie. Parteien – Bewegungen - Institutionen
Montag, 30. November 2009, 19.30 Uhr / karl marx buchhandlung / Jordanstr. 11 / Frankfurt am Main

Um die Demokratie ist es hierzulande ruhig geworden. Zu ruhig. Und selbst im Wahlkampf war von politischer Auseinandersetzung wenig zu spüren. Unter Bedingungen zerfasernder Staatlichkeit verändern sich die Orte politischer Entscheidung ebenso wie deren Spielregeln. Die Rolle der Medien hat sich verändert, das Fünf-Parteien-System gehört der Vergangenheit an, Experten und Kommissionen definieren, was dem Gemeinwohl vermeintlich förderlich ist. Gleichzeitig entstehen neue Orte, neue Formen und neue Öffentlichkeiten. polar fragt in der Frankfurter karl marx buchhandlung: Wie steht es um die Zukunft unserer Demokratie? Wo liegen Chancen und Potenziale, wo Risiken und Gefährdungen? Was erwarten wir von den Parteien? Was von „sozialen Bewegungen“? Was lässt sich noch auf nationaler Ebene regeln, was gehört auf die lokale Ebene und welche Rolle spielt Europa für die Demokratie der Zukunft? Diese Fragen diskutieren wir mit Interessanten Gästen, die uns weiter helfen könnten.

Diskussion mit:
Prof. Sandra Seubert (Politikwissenschaftlerin, Goethe-Universität)
Tarek Al-Wazir (Grüner Fraktionsvorsitzender im Hessischen Landtag)
Prof. Andreas Niederberger (Politischer Philosoph, Goethe-Universität)

Moderation: Peter Siller, Martin Saar (polar)


Zu den DiskutantInnen:


Sandra Seubert ist Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie an der Goethe-Universität. Zuvor Vertretung der Professur für Politische Theorie an der Goethe-Universität Frankfurt a.M. 02/08: Abschluss des Habilitationsverfahrens mit dem Vortrag: Was interessiert uns am Privaten? Probleme liberaler Selbstbeschränkung. 09/00 – 04/01: Visiting Scholar an der New School University, New York (post-doc Förderung durch die DFG). seit 04/00: Wissenschaftliche Assistentin an der Universität Potsdam, LS Prof. Behrmann. WS 98/99: Lehrbeauftragte am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. 1998 – 1999: Wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Forschungsprojekt Verläufe und Faktoren der Konstitution demokratischer politischer Identität in nachdiktatorischen Gesellschaften von Prof. Gesine Schwan an der FU Berlin. Publikationen u.a. : Das Konzept des Sozialkapitals. Eine demokratietheoretische Analyse, Campus Verlag, Frankfurt a.M./New York 2009. Gerechtigkeit und Wohlwollen. Bürgerliches Tugendverständnis nach Kant, Campus Verlag, Frankfurt a.M./New York 1999.

Tarek Al-Wazir ist Vorsitzender der hessischen Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Im September 2007 erfolgte zudem die Wahl zum Landesvorsitzenden der Partei. Er ist außerdem Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Offenbach am Main.

Andreas Niederberger ist Außerplanmäßiger Professor am Institut für Philosophie. Er forscht zu Zusammenhängen der Politischen Philosophie und Theorie (v.a. Politische Philosophie Internationaler Beziehungen, Demokratietheorie, Geschichte der politischen Philosophie, Rechtsphilosophie, Gerechtigkeitstheorien), der Ethik (v.a. Autonomie, Internalismus/Externalismus, Kant), der Handlungstheorie (v.a. Intentionalität, Kollektive Intentionalität, Soziales Handeln, Habermas) und zur Sozialphilosophie (u.a. Geschichte und Zukunft der Kritischen Theorie). Publikationen u.a.: Demokratie unter Bedingungen der Weltgesellschaft? Normative Grundlagen legitimer Herrschaft in einer globalen politischen Ordnung, Berlin, New York: De Gruyter 2009. Kontingenz und Vernunft. Grundlagen einer Theorie kommunikativen Handelns im Anschluss an Habermas und Merleau-Ponty, Freiburg/Brsg.: Alber 2007.



Release polar 7: Lesung – Diskussion – Party
Ohne Orte. Die Zukunft der Demokratie
Samstag, 31. Oktober 2009, 19.30 Uhr / Sophiensaele

Um die Demokratie ist es hierzulande ruhig geworden. Zu ruhig. Und selbst im Wahlkampf ist von politischer Auseinandersetzung nichts zu spüren. Unter Bedingungen zerfasernder Staatlichkeit verändern sich die Orte politischer Entscheidung ebenso wie deren Spielregeln. Die Rolle der Medien hat sich verändert, das Fünf-Parteien-System gehört der Vergangenheit an, Experten und Kommissionen definieren, was dem Gemeinwohl vermeintlich förderlich ist. Gleichzeitig entstehen neue Orte, neue Formen und neue Öffentlichkeiten.

polar fragt einen Monat nach den Bundestagswahlen in den Sophiensaelen: Wie steht es um die Zukunft unserer Demokratie? Wo liegen Chancen und Potenziale, wo Risiken und Gefährdungen? Was erwarten wir von den Parteien? Was von „sozialen Bewegungen“? Was lässt sich noch auf nationaler Ebene regeln, was gehört auf die lokale Ebene und welche Rolle spielt Europa für die Demokratie der Zukunft? Diese Fragen diskutieren wir mit Interessanten Gästen, die uns weiter helfen könnten.

polarkreis eV feiert die siebte Ausgabe in den Sophiensaelen mit Kurzpräsentation, Lesung, Podiumsdiskussion und anschließender Party.

Lesung: Daniela Dröscher („Die Lichter des George Psalmanazar“)

Diskussion:

Christoph Möllers (Rechtswissenschaftler, „Demokratie. Zumutungen und Versprechen“), angefr.

Rebecca Harms (Vorsitzende der Grünen Fraktion im Europäischen Parlament)

Thomas Leif (Journalist, „Angepasst und ausgebrannt. Die Parteien in der Nachwuchsfalle“), angefr.

u.a.

Party: polar-DJ-Team


Release polar 6: Lesung – Diskussion – Party
Wie leben. Ökologie und Freiheit.

Sonntag, 17. Mai 2009, 20 Uhr / Sophiensaele

Die Arktis schmilzt. Wirbelstürme verwüsten Regionen. Szenarien einer Klimakatastrophe sind allgegenwärtig. Völlig unklar ist, welche sozialen Konsequenzen die Klimazerstörung aber auch eine klimafreundliche Politik haben. Setzen die einen auf technologische Lösungen, fordern andere einen tiefgreifenden kulturellen Wandel. Auf dem Spiel steht dabei nicht nur das Klima, sondern auch Freiheit und Gerechtigkeit. Mit der Ökologie sprechen wir grundsätzlich über unser Verständnis von „Natur“. Was ist »das Natürliche«? Beschreibung, Konstruktion, Maßstab? Die Natur braucht uns nicht und wird uns überleben. Was aber ist die Natur ohne uns? Die ökologische Frage muss sich als soziale Frage gegen den Naturalismus selbst emanzipieren. Wie leben?

polarkreis eV feiert die sechste Ausgabe in den Sophiensaelen mit Kurzpräsentation, Lesung, Podiumsdiskussion und anschließender Party.

Lesung: Alban Lefranc („Angriffe“)

Diskussion: Renate Künast, Peter Unfried (taz) (angefragt) u.a.

Party: polar-DJ-Team

Alban Lefranc, 1975, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Paris und ist Mitherausgber der deutsch-französischen Literaturzeitschrift La mer gelée (www.lamergelee.com). Anfang 2009 erschien sein neuster Roman Vous n’étiez pas là bei Verticales/Gallimard. Alle literarischen Momente im Heft entstammen der deutschen Übersetzung seiner Romantrilogie Angriffe (Blumenbar 2008).

Peter Unfried, 1963, ist stellvertretender Chefredakteur der taz. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.


Sonntag, 8.12.2008, 19:30 Uhr, Karl Marx Buchhandlung Frankfurt am Main
Politik der Freundschaft


Veranstaltung zum Erscheinen der fünften Ausgabe von polar.
Halbjahresmagazin für Politik, Theorie, Alltag

Freundschaft, klar. Dazu hat jeder was zu sagen. Angesichts ihrer alltäglichen und gesellschaftlichen Bedeutung überrascht es jedoch, wie wenig Freundschaft Gegenstand von theoretischer Reflexion und politischer Debatte ist. Als wolle man ihre Intimität nicht durch das öffentliche Wort gefährden. Was ist Freundschaft? Welche Erfahrungen, Erwartungen und gesellschaftlichen Funktionen sind mit ihr verbunden, in Politik, Kunst, Wissenschaft und Alltag? Was könnte und sollte Freundschaft sein? Ohne Grund? Privates Rückzugsgebiet aus einer Welt der Zwecke und Zwänge? Neue Solidarstruktur, die zunehmend alte Ordnungen wechselseitiger Hilfeleistungen ersetzt? Oder doch gleich Netzwerk? Und was passiert, wenn Freundschaften in Wahlkämpfen zum öffentlichen Thema und in Seilschaften politisch wirksam werden? Könnte es eine Form von Politik geben, die dem Anspruch und dem Versprechen der Freundschaft gerecht wird?


Mo., 8. Dezember 2008 // 19.30 Uhr

Heftvorstellung:
PETER SILLER und MARTIN SAAR (polar)

sowie Diskussion mit
MARTIN SEEL (Philosoph)
TOM KOENIGS (Politiker)
KATRINA BLINDOW (Philosophin/Soziologin)


Ort:
karl marx buchhandlung
jordanstraße 11
60486 frankfurt am main
tel.: 069/778807




Sonntag, 13.4.2008, 19:00 Uhr, Sophiensaele Berlin, Sophienstrasse 18
„Tun und Lassen – Über Arbeiten.“


Präsentation der vierten Ausgabe von polar, Halbjahresmagazin für Politik – Theorie – Alltag

Podiumsdiskussion mit Holm Friebe (Autor, „Wir nennen es Arbeit - die digitale Bohème oder intelligentes Leben jenseits der Festanstellung“), Klaus Dörre (Professor für Arbeitssoziologie, Universität Jena, Hg. von „Prekäre Arbeit“ und „Unterschichten? Prekariat? Klassen?“ u.v.a.), Peter Siller (polar) und Ramona Pop (MdL Berlin).

Anschließend Party mit den DJs Julie Miess (Britta) und Jens Friebe

polar #4 geht es um Arbeit als Tätigkeit, als Medium der sozialen Teilhabe, als Ausbeutung und Aneignung, als Schaffung von Reichtum und Elend, Stiftung von Sinn und Entfremdung, Institution und Imagination. Wie üblich diskutiert polar das Thema aus philosophischer, politischer und kultureller Perspektive. Das Heft handelt unter anderem vom Wandel der Arbeitsformen und Arbeitsfelder, von der Stellung der Arbeit im Leben der einzelnen und in ihren sozialen und kulturellen Milieus. In Texten und Interviews kommen Axel Honneth, Anton Leist, Robert Castel, Toni Negri, Holm Friebe, Katrin Göring-Eckart, Katja Kipping u.v.a. zu Wort.

 



Samstag, 17. November 2007, 19.30 Uhr // Sophiensaele Berlin
„woran glauben – Religion & Kritik“

Vorstellung / Diskussion / Party zum Erscheinen der dritten Ausgabe von polar - Halbjahresmagazin für Politik, Theorie, Alltag

19:30-20:00
Vorstellung von polar #3

20:00-21:30
Podiumsdiskussion mit Hilal Sezgin (Autorin; u.a. taz & Zeit), Otto Kallscheuer (Politologe und Autor; u.a. FAZ & Zeit) und Hauke Brunkhorst (Soziologe, Uni Flensburg)

ab 21:30
Party

Starker Auftritt in den letzten Jahren, zumindest in den Feuilletons, Magazinen und Bücherlisten der letzten Jahre: Comeback der Religion? Die realen Zahlen der Religionsausübung in Deutschland bestätigen die Diagnose nicht, doch in öffentlichen Debatten zu Kultur und Politik spielt Gott wieder mit. Nachdem der Blick des säkularisierten europäisch-urbanen Intellektuellen die Religion bisher eher im Zusammenhang mit Identität und Pluralismus, Terrorismus und Kulturkampf-Ideologie diskutierte, scheint er sich nun neubürgerlich zurückzuwenden: Religiöse Sinnstiftung wird plötzlich auch in der angeblich kalt aufgeklärten Moderne wieder vermißt. Die diskursive Gegenbewegung eines Revivals der alten radikalen Religionskritik bleibt bisher publizistisch eher auf die USA beschränkt. Polar diskutiert das grundsätzliche Verhältnis von Religion und Kritik, Religion als Quelle von Gesellschaftskritik, Religion als Ziel radikaler Autoritätskritik, Religion als Sinnressource für Vernunftkritik.

Die 'neue' Religiosität bleibt dabei keine Privatsache, sondern besetzt auch eine neue Öffentlichkeit in durchaus ambivalenter Weise. Das Gefühl ökonomischer und terroristischer Bedrohung scheint nicht nur ein soziales, sondern auch ein neues transzendentales Sicherheitsbegehren hervorzubringen. Religion wird so nach Innen affirmativ als Stabilisator und Gemeinschaftsspender herangezogen und nach außen distinktiv mit Bedrohungsszenarien verbunden.

In Deutschland werden öffentliche Bekenntnisse stark mit der sozialen Funktion von Religion begründet. Religion wird angeführt als Vergemeinschaftungsoption, als nicht garantierbare Voraussetzung für den liberalen Rechtsstaat oder als Kitt für die Zivilgesellschaft. Lässt sich dieser Zusammenhang nachweisen? Ist Gott also eine notwenige Erfindung? Oder eben doch nur Opium fürs Volk? Selbst die Gläubigen, denen die Frage 'Wozu Gott?' eigentlich fremd sein sollte, unterstreichen den Nutzen von Religion gerne mit immer neuen Varianten einer Verfalls- und Atomisierungskritik.

Oder sollten sich Solidarität und Liebe nicht besser unmittelbar auf den Menschen beziehen, also immanent gedacht werden, ohne Gott? Über gesellschaftliche Entwicklung und Funktion hinaus stellt sich die Frage nach dem Unverfügbaren, dem Zweckfreien, dem vielbeschworenen „Sinn". Der Glaube an einen „Schöpfer", ein „absolutes Wesen" jenseits des Menschen ist heute gesellschaftlich alles andere als selbstverständlich. Der Lautstärke öffentlicher Bekenntnisse steht eine seltsame Sprachlosigkeit über die Gründe des Glaubens entgegen. Dementsprechend findet auch Religionskritik heute selten das nötige Gehör. Eine öffentliche Auseinandersetzung über Glauben erfordert Streitbarkeit auch hinsichtlich den „letzten Dingen" und ein hohes Bewusstsein für Toleranz. Daran scheitern Missionare ebenso wie Jakobiner.

Ort:
Sophiensaele Berlin
Sophienstraße 18, 10178 Berlin-Mitte
U-Bahn Weinmeisterstraße, S-Bahn Hackescher Markt, S-Bahn Oranienburger Straße

 


Freitag, 12. Oktober 2007 // 19.30 Uhr // Kunstverein Frankfurt am Main
Baustelle Öffentlichkeit. Interventions-Strategien politisch-kultureller Zeitschriften

 

polarNacht im Frankfurter Kunstverein: Diskussion – Lesung – Party
eine Veranstaltung von polarkreis e.V. und dem Campus-Verlag
im Rahmen der Frankfurter Buchmesse

Zur apathischen Öffentlichkeit, die sich mit Häppchenjournalismus von den immer gleichen Caterern abspeisen lässt, fiel der Kulturlinken lange nichts ein als: Distanz wahren, Freunde treffen gehen, auf die Komplexität der gegenwärtigen Situation verweisen. Derweil schreitet der Konzentrationsprozess in der deutschsprachigen Presselandschaft voran, viele ambitionierte publizistische Projekte der vergangenen Jahrzehnte sind eingegangen oder wurden aufgekauft.

An diesem Abend geht es um Reaktion und Revision: Eine Bewegung ins Offene hat die kürzlich gegründete Zeitschrift polar in ihrem ersten Editorial gefordert. In diesem Sinne fragen wir: Wie stehen aktuelle publizistische Projekte aus Politik und Kultur zur Öffentlichkeit? Welches publizistische Selbstverständnis ist im Spiel? Welche (auch ökonomischen) Konsequenzen hat für sie der Medienwandel? Gibt es mögliche gesellschaftliche Allianzen und (internationale) Netzwerke – und wann sind sie überhaupt sinnvoll?

Der Abend verspricht eine spannende Debatte über gegenwärtige Strategien und künftige Entwicklungslinien kritischer Publizität im deutschsprachigen Raum. Die Veranstaltung dient zudem dazu, aktuelle Projekte vorzustellen und kennenzulernen.

Gäste:

Peter Siller, Bertram Keller (polar), Georg Schöllhammer (documenta magazines/springerin),
Gerald Raunig (eipcp.net/transversal), Michaela Adelberger (eurozine),
Thomas Palzer (Autor/Filmemacher, BR 2 Zeitschriftenrundschau).
Moderation: Roman Schmidt.

Im Anschluss (ca. 21.30 Uhr): Lesung und Party (polar-DJ-Team)
aus Anlass des Erscheinens von polar#3 („Religion und Kritik“)

Ort:

Café im Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg
Markt 44, 60311 Frankfurt am Main

 


2. Juli 2007 // 19:30 Uhr // Kölnischer Kunstverein
Feindliche Übernahme? Kunst und Ökonomisierung

Vor rund 200 Jahren wurde die Autonomie der Kunst erfunden. Heute herrschst Narrenfreiheit, denn der Markt liebt die Abweichung, das Schräge und Nonkonforme. Wenn aber alles liberalisiert ist, was ist ästhetische Freiheit dann noch wert? Wie kann sich die Kunst behaupten gegen das kommerzielle Gebot des größtmöglichen Aufmerksamkeitsgewinns? Kunstwerke, Bühnenwerke und literarische Texte haben ihren legitimen ökonomischen Wert und müssen sich verkaufen. Was aber können sie dann noch leisten als kritische Instanz gegen Effizienzdenken und Neoliberalismus? Wie kann Kunst reagieren auf die scheinbar alles durchdringende Ökonomisierung unserer Lebenswelt? Anlässlich des Erscheinens der zweiten Nummer der Zeitschrift polar diskutieren Repräsentanten der bildenden Kunst, des Theaters und der Literatur:

Anja Nathan-Dorn (Kölnischer Kunstverein, Direktorin)
Rita Thiele (Schauspiel Köln, Chefdramaturgin)
Jo Lendle (Dumont Verlag, Lektor und Autor).

Moderation: Martin Saar (polarkreis e.V., Philosoph und Politologe, Frankfurt/M.)

Ort:
Kölnischer Kunstverein
Die Brücke
Hahnenstraße 6
50667 Köln

 


19. April 2007 // 18.00 bis 22.00 // Institut für Sozialforschung Frankfurt a. M.
Sozialphilosophie & Kritik

Eine Diskussionsveranstaltung des Instituts für Sozialforschung in Kooperation mit der Zeitschrift polar

mit: Rahel Jaeggi (Frankfurt a. M., Autorin von Entfremdung, Campus Verlag 2005); Arnd Pollmann (Magdeburg und Berlin, Autor von Integrität, transcript Verlag 2005); Norbert Axel Richter (Berlin, Autor von Grenzen der Ordnung, Campus Verlag 2005); Martin Saar (Frankfurt a. M., Autor von Genealogie als Kritik, Campus Verlag 2007)
Moderation: Sidonia Blättler (IfS) und Robin Celikates (Gießen und Berlin)

Seit einigen Jahren ist die ältere Debatte um die angemessenen Formen der Kritik neu in Fahrt gekommen: Die methodologische Ansprüche sind gestiegen und neue Theorie­paradigmen unverzichtbare Bezugspunkte geworden. Es bleiben schwierige Fragen: Mit welchen Methoden, Begriffen und zeitdiagnostischen Thesen lassen sich heute soziale Prozesse und Dynamiken angemessen beschreiben? In welchem Verhältnis stehen Dar­stellung und Kritik, Theorie und Praxis? Welche Normen orientieren oder fundieren gar das kritische Erkenntnisinteresse? Welchen Ort besetzen die Sozialphilosophin und der Gesell­schafts­kritiker eigentlich selbst?Die hier versammelten AutorInnen sind sich nicht einig. Sie haben ihre Bücher mit-, aber auch gegen­einander geschrieben. Gegenseitig stellen sie die Hauptthesen ihrer syste­ma­tischen Entwürfe vor und streiten um die Methoden, die Reichweite und Zukunft der Kritik.

Veranstaltungsort:
Institut für Sozialforschung
Sitzungsraum I
Senckenberganlage 26
60325 Frankfurt am Main

Mit freundlicher Unterstützung des Campus Verlags

 


10. April 2007 // 19.30 Uhr // Sophiensaele Berlin
Was zählt. Ökonomisierung

Veranstaltung zum Erscheinen der zweiten Ausgabe von „polar. Halbjahresmagazin für Politik, Theorie, Alltag“.

Podiumsdiskussion mit Hartmut Rosa (Uni Jena), Ulrike Herrmann (taz) und Joseph Vogl (HU Berlin). Anschließend: Konzert und Party mit der James Hobrecht Mafia

Ort: Sophiensaele Berlin, Sophienstraße 18, 10178 Berlin-Mitte (U-Bahn Weinmeisterstraße, S-Bahn Hackescher Markt, S-Bahn Oranienburger Straße)

"Was zählt – Ökonomisierung"Ökonomie bestimmt unser Leben. Es geht dabei nicht mehr nur um Wohlstand undseine Verteilung, um Millionenerbe, Vorstandsabfindung oder Billiglöhne. Auch Gesundheit, Bildung und Kunst sind heute zunehmend »ökonomisiert«. Wirtschaft wird dabei kaum mehr als politische Frage begriffen. Manager steuern, evaluieren und verbessern. Volkswirte analysieren. Der Sachzwang regiert. Die politische Ökonomie ist tot. Es lebe die politische Ökonomie!Der Kapitalismus wandelt sich rasend – und damit auch die Formen seiner Kritik. Wie lässt sich diese Transformation beschreiben? Wie kann die Demokratie unter den Bedingungen ökonomischer Beschleunigung verteidigt werden? Ökonomie ist global und existiert nur im Plural. Wie verläuft die Transformation Europas und anderer Regionen?

Programm:
19:30-20:00: Vorstellung von polar #2
20:00-22:00: Podiumsdiskussion
ab 22:00: Konzert und Party

 


10. Oktober 2006 // 20.00 Uhr // Haus Dreiundsiebzig // Hamburg
Was fehlt. Politisierung.

In Zeiten von Hartz IV und Rentenkrise werden Menschen politischer. Aber wo ist "Politik"? Dieser Frage gehen AutorInnen in der ersten Ausgabe des Magazins polar nach, welche an dem Abend präsentiert wird. polar hat sich in Institutionen und Museen, bei Demonstrationen und Konzerten umgesehen und überall Politisches entdeckt. In Hamburg ist der Autor Ric Graf zu Gast bei polar. Ric Graf beschreibt in 'i:cool' seine Generation der Mitte der 80er Geborenen als eine 'prekäre Generation' zwischen Wohlstand und Unsicherheit, oberflächlichen Kontakten und tiefer Einsamkeit, zwischen Club und Cappuccino. Was hat Politisierung für diese Generation zu bedeuten? Wo sind die Orte des Politischen?

Programm
20.00 Präsentation polar#1 'Politisierung'
20.30 Lesung Ric Graf aus i:Cool
21.00 Gespräch zwischen Peter Siller (polar) und Ric Graf über die Orte des Politischen
21.30 Offene Debatte mit dem Publikumdanach
danach: Konzert

mehr unter: http://www.dreiundsiebzig.de

 


13. September 2006 // 19.30 Uhr // Sophiensaele Berlin
Was fehlt. Politisierung.

Kick-Off-Veranstaltung zur ersten Ausgabe der Zeitschrift
„polar. Halbjahresmagazin für Politik, Theorie, Alltag"

Lesungen mit Feridun Zaimoglu und Kathrin Röggla
Podiumsdiskussion mit Robert Misik, Hilal Sezgin, Peter Siller, Rahel Jaeggi u.a.
anschließendParty mit DJ Tobias Rapp (taz).

Überall beschworen und allgemein verschwommen: Wo ist „Politik"? Manchmal scheint sie im hohen Haus stattzufinden, gelegentlich auf dem platten NoGo-Land, mitunter auf globalen Biennalen. Schengenraum, Bürger-Blog, Grundeinkommen, Sofabilder, Sweatshops, hochpolitische Soundflächen, Arbeit für Alle, Grenzwälle, ewiges Eigentum, inter-, trans- und supranationale Ströme, Exklusion der Verlierer, globaler Reichtum. Angesichts des Geschehens wird demokratische Kontrolle eindeutig anstrengender. Angeblich ist parlamentarische Politik bereits abgemeldet. „Beitragsbemessungsgrenzen", „Kettenduldungs- regelungen", „Netznutzungsentgelte". Vielleicht ist das gar keine „echte" Politik und die selbstzufriedenen Protagonisten machen sich lächerlich in ihrer simulierenden Behauptung, heute noch demokratische Politik in den dafür vorgesehenen Institutionen betreiben zu können. Doch Verbände, Assoziationen, Initiativen und Nicht- Regierungsorganisationen sind in bisher ungekannter Zahl in Berlin und Brüssel präsent, und die mediale Berichterstattung über Politik einschließlich diskutierender Nachbereitung in unzähligen Talksshows sorgt für ein Höchstmaß an Öffentlichkeit der institutionellen Politik. Politisch will auch die Kunst immer wieder sein, seit Jahren haben politische Formen, Inhalte, Interventionen Konjunktur auf dem Feld der internationalen Großausstellungen und Messen. Auch der boomende Kunstmarkt verschmäht sie nicht, die „politische" Kunst. Gleichzeitig drängt sich die Diagnose einer breiten gesellschaftlichen Entpolitisierung auf, gemessen vermutlich an einer idealisierten 68er Phantasie und den sozialen Bewegungen der 70er, wogegen die heutige Berliner Politikszene mit ihren Agenturen, Netzwerkern, Think Tanks, Pressemitteilungen und Beraterfirmen wie die ökonomistische Katastrophe erscheint. Gerne balgt man sich auch weiterhin um die so attraktive Rebellenpose. Vielleicht gehört die heute nicht mehr den routiniert Hotelzimmer zertrümmernden Popstars, den Provokationspäpsten der Theaterlandschaft oder den vor der Kamera „linke Tabus" brechenden Renegaten, sondern dem Steuerbuchhalter.

19:30-19:45
Vorstellung von polar
19:45-20:30
Lesung und Diskussion mit Feridun Zaimoglu
20:30–22:30
Podiumsdiskussion: Orte des Politischen mit Robert Misik, Hilal Sezgin, Peter Siller, Rahel Jaeggi u.a.
22:30-23:30

Lesung und Diskussion mit Kathrin Röggla
danach Party mit DJ Tobias Rapp

Ort:
Sophiensaele Berlin
Sophienstraße 18, 10178 Berlin-Mitte
U-Bahn Weinmeisterstraße, S-Bahn Hackescher Markt,
S-Bahn Oranienburger Straße

Wir danken den Sophiensaelen Berlin herzlich für ihre Kooperation.


Fr. 10. Dezember 2004 // 20-22.30 Uhr // Atelier Frankfurt
Kongress Repolitisierung

Die Wiederkehr des Politischen in Gesellschaft und Kultur

Ende der Alternativen?

Der Markt und sein Preis

Ein am ökonomischen Nutzen orientiertes Denken setzt sich inzwischen in immer mehr Lebensbereichen durch. Bildung, Kunst, Gesundheit, Liebe - die Ökonomisierung betrifft Bereiche in der Gesellschaft, die bis vor kurzem noch dem Prinzip der Gewinnmaximierung entzogen waren. Wir selbst stehen unter verstärktem Druck zur Vermarktung - eine Entwicklung, die sich schlagwortartig in der Rede von der Ich-AG zeigt. Wie stellen sich diese Entwicklungen in verschiedenen Lebensbereichen dar? Schaffen sie neue Freiheiten oder verstärken sie alte Zwänge? Verschwinden die Grenzen zwischen Privatsphäre und Arbeitswelt? Und: Unterwandert die Marktlogik die Demokratie?

Dany Cohn-Bendit, MdEP
Axel Honneth, Universität Frankfurt a.M.
Isabelle Graw, Städelschule Frankfurt
Hartmut Rosa, Universität Essen
Elisabeth Schweeger, Intendantin Schauspiel Frankfurt
Moderation: Peter Siller, polar

Party ab 22:30 Uhr

Polar-DJ-Team


Sa. 13. November 2004 // Kunst Werke Berlin // Augustsrasse 69
Kongress Repolitisierung

Die Wiederkehr des Politischen in Gesellschaft und Kultur


17:00 -19:00 Uhr

Rückkehr des Politischen?

Engegemant und Enttäuschung im öffentlichen Raum

Es soll erörtert werden, in welcher Form und aus welchen Gründen sich ein verstärktes Interesse an Politik in den letzten Jahren äussert. Das betrifft sowohl die angestammten institutionellen Formen politischer Partizipation, als auch ausserparlamentarische Initiativen und Organisationen sowie die mediale Präsenz von Politik. Politik wird dabei nicht im engeren Sinne der Tagespolitik sondern im umfassenden der Partizipation an der öffentlichen Auseinandersetzung um demokratische Selbstbestimmung sowie die Verfolgung und den Ausgleich von Interessen definiert.  


Heinz Bude, Hamburger Institut für Sozialforschung
Feridun Zaimoglu, Schriftsteller
Carolin Emcke, Journalistin und Autorin
Thomas Seibert, medico international
Moderation: Peter Siller, polar


20:00 - 22:30 Uhr

State of the Art?

Die Politik der Kunst

In den kulturellen Subsphären stellt sich die Sache differenziert dar. Während etwa im Bereich international wahrgenommener und zirkulierender bildender Kunst politische Themen omnipräsent sind und waren, können wir in Theater, Film und Populärkultur sicher Konjunkturen des Politischen feststellen. Wandlungen unterliegt sicher auch die Form in der Politisches in der Kunst auftaucht. Als politisch wahrgenommene Inhalte können zu leeren, appelativen und letztlich unpolitischen Ritualen verkommen während im Rückzug auf das Formale auch politische Gesten liegen können. 

Christoph Menke, Universität Potsdam
Diedrich Diederichsen, Merz Akademie Stuttgart
Carl Hegemann, Volksbühne Berlin
Alice Creischer, Künstlerin, Berlin
Tom Tykwer, Filmregisseur, Berlin
Moderation: Rahel Jaeggi, polar


Party ab 22:30 Uhr
Polar-DJ-Team


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