Das Online-Magazin zur Zeitschrift | HALBJAHRESMAGAZIN polar






polar #14: Sex und Befreiung




EDITORIAL

 
Peter Siller/Bertram Keller
Editorial



ERWIDERUNG

 
Greta Christina
Was zählt?
Zur Grauzone zwischen Sex und Nicht-Sex
 
Gunter Schmidt
Befreiung der Sexualität? Befreiung durch Sexualität?
Zur Problematik des Begriffs »sexuelle Freiheit«
 
Andrea Roedig
Unterm Spaß riecht es nach Angst
Wie der Feminismus seinen Sex verlor
 
 

Pınar Selek

Gegen die Wand der Maskulinität

Wie der Feminismus dazu beiträgt, die Logik des Krieges in der Türkei zu überwinden


Die Lebensweise in vielen Ländern ist immer noch von Sexismus geprägt, wenn auch in unterschiedlichen Formen. Institutionen wie die Ehe und traditionelle Werte gewinnen an Bedeutung und dort, wo sich diese etablierten Traditionen am Leben erhalten, stärkt die Globalisierung – und mit ihr Neo-Liberalismus, Neo-Konservatismus und Militarismus – das Patriarchat. Der Fall der Türkei ist hier in vielerlei Hinsicht exemplarisch und lehrreich.

Der Kampf um Unabhängigkeit: Die feministische Bewegung in der Türkei

Die Geschichte der Türkei ist gekennzeichnet durch die Ambivalenz des Multikulturalismus mit all seinen positiven und negativen Aspekten. In der Tat hat die Türkei viele Konflikte aber auch fruchtbaren Austausch erlebt. Die türkische Frauenbewegung ist ein perfektes Beispiel. Sie hat immer wieder bewiesen, dass selbst in Zeiten des Konflikts die Möglichkeit für Fortschritte besteht. Doch seit es sie gibt, ist die Bewegung auch im Machtkampf auf nationaler Ebene instrumentalisiert worden. In einem Land, in dem Frauen über Tausende von Jahren hinweg als Objekte behandelt wurden, von denen man Besitz ergreift, in dem sie ausgebeutet und als bloßes Symbol verstanden wurden, überrascht es kaum, dass die feministische Bewegung eine Vielzahl von Angriffen überstehen und beständig um ihre Unabhängigkeit kämpfen musste.

Die Wurzeln des türkischen Feminismus reichen weit in die Geschichte zurück, doch eine wirkliche Bewegung hat sich erst im Lauf der letzten 25 Jahre formiert. Angesichts des Stigmas, mit dem die Vorstellung von »Frauenbefreiung« einstmals belegt wurde, musste die Frauenbewegung um ihre Unabhängigkeit kämpfen. Bereits zur Zeit des Osmanischen Reichs Anfang des 19. Jahrhunderts bildeten sich die ersten Frauenorganisationen und erschienen die ersten feministischen Zeitschriften – mit der aktiven Unterstützung armenischer Frauen und beeinflusst von den in der Entstehung begriffenen Bewegungen in Europa. Nach der Gründung der türkischen Republik 1923 gingen die ersten Versuche einer Parteigründung auf Frauen zurück. Es waren tatsächlich die Frauen, die demokratische Rechte einforderten und zwar insbesondere das Wahlrecht. Darüber hinaus machten sie deutlich, dass sie ihr Schicksal nicht länger Männern anvertrauen wollten, und gründeten die Frauenvolkspartei. Doch da die politische Führung der neuen Republik die Partei und jegliche unabhängige Frauenorganisation ablehnte, wurde die Partei verboten und er wurden ihre Führungskader aufgelöst. [...]


 
Kathrin Ganz
Der Druck muss raus
Sexualaufklärung ohne Unsicherheitskultur
 
Holly Davis
Verhärtete Fronten
Für eine Waffenruhe in der Prostitutionsdebatte
 
Stefan Gosepath
Sex und Gerechtigkeit
Passen Justitia und Venus zusammen?
 
Interview Peaches
»Die sexuelle Revolution war männlich«
 
Corinna Mieth/Arnd Pollmann/Klaus Günther/Peter Siller
Ist es links? >Sexuelle Gerechtigkeit<



ERREGUNG

 
Anna-Katharina Meßmer
Fragen Sie Ihren örtlichen Vagina-Designer
Über Intimchirurgie und das Scheitern
 
Svenja Flaßpöhler
Alles Porno
Sex im Burnout-Zeitalter
 
Julia Seeliger
Macht Euch mal locker
Dates, Porno und Liebe im Internet
 
Volker Woltersdorff
Vernünftige Unvernunft?
Zur Lust am Spiel mit der Macht
 
Silvio Wirth
Den Tiger reiten
Tantra als Beitrag zu einer erotischen Kultur
 
Cordelia Fine
Abschied von der Pappkameraden- Feministin
Neurosexismus und Wissenschaftsgläubigkeit
 
Henriette Fiebig
Kopulierende Breitrandschildkröten n
Wie Online-Enzyklopädisten sich (nicht nur) hehren Zielen verschreibe
 
Amely Wahnschaffe
Liebe, Schmerz, Hoffnung
Ein paar Sexualitäten, vom Therapeutensessel aus gesehen
 
Aletta Diefenbach
Daphne und Alex
Eine Ur(bett)szene der sexuellen Befreiung
 
Johann S. Ach
Mensch und Tier
Bundesrats-Drucksache (300/1/12): Zur aktuellen Debatte um »Tierbordelle«
 
Marie Schmidt
Mein Halbes Jahr: >Literatur<
Jean Clam – Miranda July – Byung-Chul Han
 
Johannes von Weizsäcker
Mein Halbes Jahr: >Musik<
Sasha Grey – aTelecine – Carter Tutti Void – Throbbing Gristle – Factory Floor – Frank Ocean – Jon Spencer Blues Explosion – Ghikas-Walshe
 
Matthias Dell
Mein Halbes Jahr: >Film<
Zero Dark Thirty – Silver Linings Playbook – Paradies: Liebe



EMANZIPATION

 
Mark Greif
Im Hochsommer der Sexkinder
Plädoyer für die Wiederentdeckung des Erwachsenseins
 
Susann Neuenfeldt/Simon Strick
Hallo Rom/Hallo Karthago: >Nacht für Nacht<
 
Martin Saar
>SeXXX!<
 
Ina Kerner
Leben im Kapitalismus: >Jyoti Singh und der Feminismus in Indien<



SCHÖNHEITEN

 
Franziska Humphreys
Diskursive Explosionen
Die ewigen Spiralen von Lust und Macht: Michel Foucaults Geschichte der Sexualität
 
Johannes Kleinbeck
Nähren und Annähern
Absolute Vereinigung? »Liebesjubel« in Richard Wagners Siegfried
 
Leo Lencsés
Dramatische Verknappung
Der Koitus als vierte Dimension: Zur Malerei von William N. Copley
 
Jan Engelmann
Schöne Aussichten
Sexuelle Deutungsmuster: Wie HBO zeigt, was wir alles wissen wollen
 
Anna-Catharina Gebbers
Unperfekt
Nach der Pornowelle: Die Fotos von Heji Shin in MAKE LOVE
 
Lydia Hibbeln
Grausame Schönheit
Liebe zum Körper: Jacques Audiards Der Geschmack von Rost und Knochen
 
Arnd Pollmann
Flotter Vierer
Sublimierung auf höchstem Niveau: Das literarische Quartett
 
Anna-Katharina Meßmer
Fickt euch
Dann gleich Kristina Schröder: Catherine Hakims Erotisches Kapital
 
Elias Kreuzmair
Bößer Spaß
Wo fängt Macht an? Blumfelds Lass uns nicht von Sex reden
 
Daniel Herleth
Teil des Kalküls
Vielleicht die letzte Chance: Paul Schraders The Canyons


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