Das Online-Magazin zur Zeitschrift | HALBJAHRESMAGAZIN polar






polar #9: Fortschritt



EDITORIAL

 
Peter Siller, Bertram Keller
Editorial



AUFKLÄRUNG

 
Steven Lukes
Das Ende des Fortschritts?
Vom Sinn der Fortschrittsidee
 
»Der Mensch, das utopische Tier«
Interview Miguel Abensour
 
Peter Siller
Vowärts, und nicht vergessen
Warum emanzipatorische Politik einen neuen Fortschrittsbegriff braucht
 
Corinna Mieth
Utopische und wirkliche Freiheit
Hat die Utopie im Liberalismus noch eine Chance?
 
Thomas Biebricher/Stefan Huster/Arnd Pollmann/ Betram Keller
Ist es links?: >Utopie<
 
 

Thomas McCarthy

Die Gegenwart der Vergangenheit

Die Idee menschlicher Entwicklung


Die Modernisierung des Westens war von Beginn an mit Globalisierungsprozessen verknüpft, die wesentlich durch rassische Formationen geprägt waren. Rassische Klassifizierungen waren von konstitutiver Bedeutung für den Sklavenhandel, die Enteignung und Vertreibung von indigenen Völkern, koloniale Arbeitsregime, institutionalisierte Segregation und Diskriminierung, ethnorassische Formen von Nationalismus, restriktive Einwanderungsregelungen und andere zentrale Strukturen der modernen Weltordnung. Jene Strukturen wurden nicht nur allein auf der Ebene des »Überbaus« durch rassistische Ideologien gerechtfertigt, vielmehr verkörperten sie diese Ideologien.

Das Einhergehen der Ausbreitung rassisch fundierter Herrschaft mit dem Aufstieg des Liberalismus und seiner Betonung von Freiheit und Gleichheit sowie mit der Entstehung des Humanismus der Aufklärung mit seiner Betonung universeller Vernunft warf beständig Fragen der Legitimität auf. Die Verbindung von liberalem und aufklärerischem Denken mit Entwicklungsvorstellungen erwies sich als die effektivste Art, diesen Fragen zu begegnen. Andere Kulturen, Völker und Gesellschaften wurden zu vergangenen Stadien westlicher Entwicklung erklärt und aufgrund dessen mussten sie unter eine Art Vormundschaft gestellt werden – in der Form eines wohlwollenden Despotismus, von Zivilisierungsmissionen und ähnlichem –, um zum Westen aufschließen zu können. Trotz der Erfolge der Bürgerrechtsbewegungen und Entkolonialisierungskämpfe nach dem Zweiten Weltkrieg sind neue Formen des Rassismus und Imperialismus, die oberflächlich betrachtet mit der formal anerkannten Freiheit und Gleichheit von Individuen und Gesellschaften kompatibel sind, zu einem integralen Bestandteil der zeitgenössischen Weltordnung geworden. Neorassistisches Denken klassifiziert Menschen weiterhin in altbekannte ethno-rassische Gruppen und charakterisiert sie gemäß der altbekannten kulturellen und Verhaltensstereotype, die immer noch benutzt werden, um vererbte ungleiche Lebenschancen zu erklären und die Verfolgung eigener Interessen zu verschleiern. Natürlich gibt es auch bedeutsame Verschiebungen in diesen altbekannten Mustern, beispielsweise im Hinblick auf die »Schnellentwickler« unter den asiatischen Gesellschaften, aber insgesamt weisen die Konturen jener Muster eine bemerkenswerte Kontinuität auf mit klassischem Rassismus und Imperialismus.

In der Moderne haben sich rassistische und imperialistische Ideologien tief in die Strukturen nationaler und internationaler Ordnungen eingeschrieben, und diese Strukturen bedürfen ebenso wie unser Denken über sie der Veränderung. Die Vorstellung der Global Governance, die auf eine reflexive Regulierung und Reform globaler ökonomischer Strukturen abzielt, stellt eine mögliche Form des Zusammenwirkens kollektiver Akteurschaft und sozialer Strukturen dar. Global Governance begegnet dem darwinistischen Charakter des Überlebenskampfes, welcher untrennbar mit dem modernen Staatensystem verknüpft ist, mit dem Vorschlag einer »postnationalen Konstellation«, innerhalb derer Souveränität vielfach abgestuft weitläufig verteilt wäre.

Ein entsprechender Richtungswechsel wird eine radikale Veränderung der Vorstellung menschlicher Entwicklung erfordern, die integraler Bestandteil des europäisch-amerikanischen Selbstverständnisses und unserer Auffassung bezüglich des Verhältnisses zu dunkleren »Anderen« überall auf der Welt war. Und dies wird uns wiederum ein größeres Bewusstsein hinsichtlich des barbarischen Elements im Herzen unseres Prozesses der Zivilisation abverlangen.

Eine kritische Theorie menschlicher Entwicklung Angesichts der Tatsache, dass traditionelle Entwicklungstheorien regelmäßig zur ideologischen Rationalisierung von Enteignung, Versklavung und Kolonialisierung ethno-rassisch klassifizierter »Anderer« gedient haben und dass zeitgenössische Versionen oft für neoimperialistische Zwecke nutzbar gemacht werden, ist es kein Wunder, dass die Rede von Entwicklung und Unterentwicklung heute auf weitverbreitete Skepsis trifft. Das Tönen mit der Überlegenheit der liberalen Demokratie klingt mittlerweile wie ein Warnsignal vor liberalen Interventionen zur Verfolgung geopolitischer Interessen – vor allem in der neokonservativen Version und ihrer Fixierung auf Demokratisierung als »Auslöser« für alle anderen Modernisierungsprozesse, selbst wenn erstere militärisch erzwungen ist und sich daher nicht mehr auf die Aufschubstruktur berufen kann, die in Modernisierungstheorien des mainstream die Installierung und Unterstützung autoritärer Regime entschuldigt. Eine kritische Entwicklungstheorie muss sich der verübten Schreckenstaten, die im Lauf der Geschichte im Namen menschlicher Entwicklung verübt wurden, bewusst bleiben und ebenso bewusst gegen die Zweideutigkeiten und Gefahren, die einem Denken in Begriffen der Entwicklung zu eigen sind, ankämpfen. Gleichzeitig darf sie den offensichtlichen Fortschritt menschlichen Lernvermögens auf vielen Gebieten und unsere gesteigerte Fähigkeit, vielfältige Probleme zu bewältigen, nicht in Abrede stellen. Sowohl aus internen wie auch aus externen Gründen kann es keine »Rückkehr nach Hause« zu authentischen Vergangenheiten geben. In einem entscheidenden Sinn sind wir heute alle Söhne und Töchter der Moderne und die Globalisierung von Handel und Kommunikation hat zu einem globalen Diskurs der Moderne geführt, der zunehmend polyzentrisch und vielstimmig ist. Die Frage, mit der sich Gesellschaften überall auf der Welt heute konfrontiert sehen ist nicht, ob sie sich modernisieren sollen, sondern vielmehr welche Formen der Moderne sie anstreben im Lichte der strukturellen Zwänge und des vom globalen System ausgehenden Drucks. Sollten wir die Hoffnung haben, die Zerstörungskraft historischer Formen des Kapitalismus abzumildern, werden Regulierung und Steuerung der Wirtschaft, die der Nationalstaat unter großen Schwierigkeiten verwirklichte, auf irgendeine Weise auf globaler Ebene rekonstituiert werden müssen. Dies führt uns zurück zu Fragen der Global Governance.

Falls diese einen substantiell kooperativen Charakter haben soll, ist die Auseinandersetzung mit der rassistischen und imperialistischen Vergangenheit der Menschheit unvermeidlich, da »die toten Geschlechter wie ein Albtraum auf dem Gehirn der Lebenden lasten« (Marx). Solange wir nicht bereit sind, uns mit der Vergangenheit zu befassen, werden wir keine Zukunft haben, die sich qualitativ von jener unterscheidet.

Darüber hinaus muss eine kritische Entwicklungstheorie nicht nur Kosten und Nutzen, sondern auch Risiken und die möglichen Früchte von Modernisierungsprozessen in Betracht ziehen, innerhalb derer Gutes und Schlechtes untrennbar miteinander verknüpft und schwierige Entscheidungen zwischen verschiedenen Gütern unvermeidlich sind. Im Unterschied zu klassischen Entwicklungstheorien und den entsprechenden Praktiken, lehnt eine kritische Theorie Gewalt und Zwang als Mittel, um Gesellschaften Modernisierung aufzuoktroyieren, ab, da ihr normativer Rahmen auf der Vorstellung gleichen Respekts gegenüber allen Personen beruht, immer und überall. Übersetzt in juridisch-politische Vorstellungen bedeutet dies, dass grundlegende Menschenrechte sowie persönliche und politische Autonomie oder Nicht-Beherrschung zu Bewertungsstandards für Entwicklungspolitik und -programme werden. Und da das Ausmaß von Chancengleichheit und politischer Gleichheit vom Grade sozioökonomischer Gleicheit abhängt, wird sich demokratische Global Governance auch mit Verteilungsfragen befassen müssen, um die Bedingungen ihrer eigenen Möglichkeit zu erhalten, indem sie die Entwicklung derjenigen Fähigkeiten unterstützt, die bürgerschaftliche und politische Partizipation ermöglichen.

Hoffnung, Enttäuschung und progressive Politik
Letztendlich ist die praktische Perspektive, die dem hier vertretenen Entwicklungsansatz zugrundeliegt, eine moralische Perspektive wie die Kants. Und das angestrebte Ergebnis, globale Gerechtigkeit, ist wie auch »ewiger Frieden« ein moralisch-politisches Ziel. Obwohl beide zur selben kosmopolitischen Familie gehören, betont »globale Gerechtigkeit« die demokratischen, egalitären und multikulturellen Aspekte globaler Rechtsstaatlichkeit in einer Art und Weise, die sich nicht in Kants Vorstellung findet. Sie hält an dem Ziel fest, welches er mit dem »ewigen Frieden« verband, nämlich an der Eindämmung und Reduzierung von Gewalt und Unterdrückung, die so weitverbreitet sind im menschlichen Zusammenleben; und sie fügt dem das Ziel der Milderung unnötigen Leids und der Vermehrung derjenigen Fähigkeiten hinzu, die es Menschen ermöglichen, ein Leben nach ihren eigenen Wertvorstellungen zu führen. Angesichts solcher Schrecken des 20. Jahrhunderts wie dem totalen Krieg, dem ersten Einsatz von Atomwaffen, der Drohung gegenseitiger Vernichtung während des Kalten Krieges, bürokratisch organisiertem Völkermord, totalitärer Unterdrückung und der Erschöpfung endlicher Ressourcen, der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, globalem Terrorismus und extremer globaler Armut, ist die hier vorgeschlagene Konzeption globaler Gerechtigkeit offensichtlich eine Antwort auf als solche wahrgenommene Erfordernisse. Es ist eine historisch situierte Projektion historischer Hoffnungen. Ich habe mit ihr weder den Anspruch einer definitiven Voraussage noch hoher Wahrscheinlichkeit vom Standpunkt eines neutralen Beobachters erhoben. Stattdessen habe ich behauptet, dass sie ein erreichbares Ziel darstellt – ein zukünftiger Zustand, der mit unserem Wissen bezüglich historischer Muster und gegenwärtiger Tendenzen konsistent ist und der sinnvollerweise als Zielsetzung progressiver Politik dienen kann. Um genauer zu sein, handelt es sich um eine Zukunft, die den historischen Entwicklungslinien folgt, die hier skizziert wurden – die gerichtete Akkumulation von Lernprozessen in vielen kognitiven Bereichen von reiner und angewandter Wissenschaft bis zu historischen, sozialen und Kulturwissenschaften; die gerichtete Ausweitung unserer Fähigkeiten zur Problemlösung in einer Vielzahl von Dimensionen, von Technik, Architektur und Ingenieurswesen bis zur Organisation, Verwaltung und Planung; die gerichtete Entwicklung des praktischen Vernunftgebrauchs, der mit einer massiven Verschiebung innerhalb unseres Bestandes von »guten Gründen« einhergeht, etwas zu tun oder nicht zu tun, und zwar auf diese Art anstelle einer anderen; die Ausdehnung individueller Freiheit in Verbindung mit dem Anwachsen von Reflexivität und Kritik, die Kant und Hegel als Kennzeichen moderner Kultur verstanden und die Entwicklung von sozialen, ökonomischen und politischen Institutionen, welche die Art von Freiheit verkörpern, die die liberale Tradition als die große Errungenschaft der modernen Gesellschaft ansah. Unter Einbeziehung der egalitären Stoßrichtung sozialdemokratischen Denkens und der pluralistischen Stoßrichtung des Multikulturalismus habe ich darüber hinaus argumentiert, dass Entwicklungstheorie und -praxis auch die substantiellen Freiheiten mit einbeziehen muss – die in Sens Terminologie als Fähigkeiten bezeichnet werden – welche die persönlichen und politischen Freiheiten, die formal durch den Liberalismus errungen wurden, in konkrete Realitäten verwandelt. Und dies bedeutet die Öffnung verschiedener Pfade in multiple Modernen, anstatt demselben Pfad in eine einzige Moderne zu folgen. Ein weiteres Mal stellt sich hier die Frage, ob das mehr ist, als wir erhoffen können, ob es im Endeffekt eine »realistische«, »ausführbare« oder »praktikable« Hoffnung ist.

 Es besteht kein Zweifel, dass die Geschichte die Melancholie rechtfertigt, die Walter Benjamin bei ihrer Betrachtung verspürte, noch kann die Enttäuschung von Fortschrittshoffnungen aufgrund der Erfahrungen des 20. Jahrhunderts auf irgendeine Weise geleugnet werden. Doch obwohl diese integraler Bestandteil unserer »postmodernen« Befindlichkeit bleiben müssen, wäre doch eine Politik, die allein auf Melancholie oder Enttäuschung beruht – oder einer anderen Form historischen Pessimismus, das heißt der Aufgabe aller Hoffnung auf eine nennenswert bessere Zukunft – keine progressive Politik.

Multiple Modernen
Die Idee menschlicher Entwicklung erschöpft sich nicht in ihrer missbräuchlichen Verwendung; die Vorstellung, dass die menschliche Geschichte beträchtliche Fortschritte des Lernens, des Problemlösens, des praktischen Vernunftgebrauchs, funktionaler Differenzierung, ökonomischer Produktion, der Rechtsstaatlichkeit, politischer Organisation und in vielerlei anderer Hinsicht aufweist, enthält mehr als nur ein Körnchen Wahrheit. Es hat sich als gefährlich erwiesen, dieses Feld denjenigen zu überlassen, die es missbrauchen, und die praktisch orientierte Reflexion über historischen Wandel ist eine fruchtbare Art und Weise über gegenwärtige Herausforderungen und mögliche Antworten nachzudenken. Wir können und sollten kritische Entwicklungstheoriebildung auf einer höheren Reflexionsstufe betreiben, welche die historischen Verzerrungen und Missbräuche von Entwicklungstheorie mitreflektiert und zu vermeiden sucht. Kritische Entwicklungstheorie muss sich insbesondere der Zweideutigkeiten bewusst bleiben, die ein Teil von Rationalisierungsprozessen sind und auf die uns Kritiker der Aufklärung von Hegel über Weber bis zu Horkheimer und Adorno warnend hingewiesen haben; vor allem das Aufkommen von subjektzentrierten, instrumentell-strategischen Konzeptionen von Vernunft – oder rationaler Wahl – die zur Objektivierung und Instrumentalisierung nicht nur der Natur, sondern auch anderer Subjekte und sogar unserer selbst geführt haben. Wie Habermas und andere dargelegt haben, muss dies durch eine intersubjektive Vorstellung kommunikativer Vernunft überwunden werden, die immer schon in Gesellschaft, Kultur und Geschichte verkörpert wird und in jene eingebettet ist. Laut dieser Sichtweise ist der westliche Rationalisierungsprozess durch seine subjektivistische und instrumentalistische Fixierung verkürzt und verzerrt worden und daher müssen wir noch viel über menschliche Entwicklung lernen. Die Idee nachhaltiger Entwicklung wirft diese Frage im Hinblick auf die Natur auf, die Idee globalen Dialogs mit nichtwestlichen Kulturen wirft sie auf im Hinblick auf unser Verhältnis zu anderen.

Die kritische Konzeption von Entwicklung, die ich hier skizziert habe, weist nicht in die Richtung von Dichotomie und Herrschaft, sondern Vielfalt und Dialog. Eine Entflechtung der verschiedenen Gebiete, Prozesse, Arten und Logiken von Entwicklung ermöglicht nicht nur unterschiedliche Einpassungen und Kombinationen, diese werden sogar wahrscheinlich, und somit wird die Vorstellung eines einzigen Pfades in eine einzige Moderne durch diejenige einer Vielfalt von hybriden Formen von Modernisierung ersetzt. Jede Gesellschaft wird auf der Grundlage ihrer eigenen Einschätzung von Kosten und Nutzen ihre eigene Form finden müssen, jedoch innerhalb der nicht unbeträchtlichen Zwänge des globalen Systems – das sie natürlich zusammen mit anderen zu ändern versuchen kann – und der wachsenden normativen Zwänge der in der Herausbildung begriffenen Weltordnung – die sie gemeinsam mit anderen zu formen versuchen kann. Eines steht fest: Wir sitzen alle in einem Boot. Die Schaffung einer gerechten und nachhaltigen Weltordnung wird die weitere Entwicklung jeder Gesellschaft erfordern, die schon »entwickelten« Gesellschaften mit eingeschlossen. Die Frage, ob und in welchem Maße eine solche Ordnung geschaffen werden kann, ist natürlich offen. Die Unsicherheit wird nicht nur durch realistische Skepsis bezüglich der Möglichkeit verstärkt, jemals Interessenkonflikte und Machtgleichgewichte überwinden zu können, sondern auch durch die postkolonialen Einwände dagegen, dass im Westen entwickelte normative Konzeptionen anderen Gesellschaften auferlegt werden sollen.

Die Art von erzwungener Modernisierung, die in der später so bezeichneten »Dritten Welt« im Imperialismus kulminierte, im totalitären Kommunismus in der »Zweiten Welt« und dem Faschismus in der »Ersten Welt«, ist unvereinbar mit einer kritischen Konzeption von Entwicklung. Damit bleibt neben vielen anderen das Problem, dass einige Gesellschaften weiterhin einige Voraussetzungen und Elemente eben dieser Konzeption ablehnen werden. In diesem Zusammenhang werden wir lernen müssen, kleinere Schritte zu akzeptieren, die den Weg bahnen für darüber hinausführende Schritte, und zu hoffen, dass das Hin und Her ökonomischer, sozialer und politischer Globalisierung wie auch die Globalisierung von Information, Kommunikation und Kultur zusammen mit der rapiden Ausdehnung der globalen Zivilgesellschaft und der Verbreitung globaler Öffentlichkeiten zuletzt zu jenen weiteren Schritten führt. 

Der vorliegende Text ist eine gekürzte Fassung des Schlusskapitels aus Thomas McCarthys Buch Race, Empire, and the Idea of Human Development (Cambridge University Press 2009). Aus dem Amerikanischen von Thomas Biebricher



 
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