Das Online-Magazin zur Zeitschrift | HALBJAHRESMAGAZIN polar






polar #6: Wie leben



EDITORIAL

 
Peter Siller, Bertram Keller
Editorial



KOLLAPS

 
Claus Leggewie, Harald Welzer
Anpassung an das Unvermeidliche?
Klimawandel als kulturelles Problem
 
Jürgen Trittin
Ökologischer Materialismus
Wie die Natur politisch wird
 
Mike Davis
Heavy Metal Freeway
Autofahren am Rande des Nervenzusammenbruchs
 
Christine Heidemann
Kondensate des Protests
Anmerkungen zum Verhältnis von Kunst und Ökologie
 
Anton Leist
Konflikt statt Konsens
Zur vergeblichen Demokratisierung der Umwelt
 
Arnd Pollmann, Stefan Huster, Johan Frederik Hartle, Ödön von Horváth
Ist es links?: >Entfremdung<
 
Anja Wenzel
Bleib und komm wieder
Der Bicaz-Stausee in der rumänischen Moldowa
 
Raimar Stange
Das Klima ist ein Klima ist ein Klima
Kunst und Klimawandel als geschlossenes System
 
 

Der wahre Text: >Nachhaltigkeitsbericht 2008<

Neue Berliner Sprachkritik


Liebe Leserinnen und Leser,

nachhaltiges Wachstum ist für uns nicht nur Voraussetzung zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs. Als traditionsreicher Konzern und bedeutender Arbeitgeber fühlen wir uns für unser Umfeld verantwortlich.
Nachhaltige Entwicklung bedeutet für uns, den wachsenden Energiebedarf der Welt auf wirtschaftlich, ökologisch und sozial verantwortliche Weise zu befriedigen. Dazu bedarf es sowohl einer verantwortungsvollen Geschäftstätigkeit heute als auch des Aufbaus eines verantwortlichen Energiesystems für morgen. Das verlangt harte Arbeit, und die verfügbare Zeit ist knapp.

Wir sind überzeugt, dass wir bereits an vielen Stellen im Konzern an innovativen Antworten auf diese Herausforderungen arbeiten. Unser Unternehmen strebt danach, mit seinen Aktivitäten keine Belastung für die Umwelt zu verursachen. Wir arbeiten weiterhin auf unser Ziel hin: keine Unfälle, keine Gesundheitsgefährdungen, keine Umweltschäden. Zugleich wollen wir in einen verstärkten Dialog über die künftige Energieversorgung treten, denn gesellschaftliche Verantwortung beginnt für uns mit Zuhören und dem gemeinsamen offenen Gespräch.

Unser Unternehmen unterstützt vorbeugende Maßnahmen zur Begrenzung der Treibhausgas-Emissionen, obwohl unter Experten weiterhin keine Klarheit über bestimmte wissenschaftliche Aspekte herrscht. Klimaforschung ist eine komplexe Wissenschaft. Viele Ansätze führen die jüngste Erwärmung zunehmend auf den Anstieg der Treibhausgasemissionen zurück. Diese Folgerungen beruhen jedoch eher auf Meinungen als auf objektiven, reproduzierbaren statistischen Methoden. Was jedoch nicht heißt, dass wir nicht heute schon Initiativen ergreifen, um den erwähnten Risiken entgegenzutreten.

Wir sind davon überzeugt, dass Klimaschutzpolitik darauf abzielen sollte, diese Risiken für Mensch und Umwelt zu minimieren und zugleich der Bedeutung von Energie für die weltweite wirtschaftliche Entwicklung Rechnung zu tragen.

Regierungen und Wirtschaft müssen zusammenarbeiten und einen politischen Rahmen schaffen, der einerseits wirtschaftliches Wachstum fördert und die Energieversorgung gewährleistet und andererseits eine deutliche Reduktion der Emissionen bewirkt.

Wir untersuchen regelmäßig, welche Auswirkungen der Klimawandel – wie z. B. die allmähliche Temperaturerhöhung oder Unwetterereignisse – auf unser Geschäft haben könnte. So evaluieren wir mögliche physische Risiken für unsere Mitarbeiter sowie Sachrisiken, die unsere Gebäude und Netzanlagen betreffen. [...]

(Der Bericht wurde zusammengefügt aus Zitaten aus Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichten sechs international führender Energie- und Mineralölkonzerne mit einem gemeinsamen Jahresumsatz von mindestens 740 Milliarden Euro. Gesammelt und dokumentiert von Neue Berliner Sprachkritik.)



 
Martin Saar
Bildpolitik: >Naturschutz<
 
Stephan Ertner
Sinncontainer: >Verzicht<



WIDER DIE NATUR

 
Émilie Hache, Bruno Latour
Die Natur ruft
Wem gegenüber sind wir verantwortlich?
 
John Dupré
Technologische Tiere
Was ist natürlich an der menschlichen Natur?
 
Chacho Liempe
Widerstand gegen das Verschwinden
Die Erfahrung der Mapuche
 
Oliver Müller
Natürlich leben
Überlegungen zur Natürlichkeit als Maß des menschlichen Handelns
 
Vera Tollmann
Wind und Werbung
Eine chinesische Bildrecherche
 
Michaela Vieser
Reise ins Wunderland
Vom Finden, was man nicht gesucht hat
 
Sigrid Schmitz
Wie kommt das Geschlecht ins Gehirn?
Hirnforschung und Dekonstruktion
 
Ina Kerner
>Scham, Norm, Messer<
 
Cord Riechelmann
Das Wissen der Tiere
Anmerkungen zu Marcel Beyer und Dietmar Dath



MEIN HALBES JAHR

 
Christoph Raiser
>Musik<
 
Matthias Dell
>Film<
 
Bertram Keller
>Literatur<



ELEKTRISCHE MONDE

 
Thomas Schramme
Tod dem Mondenschein
100 Jahre Futurismus
 
Donna Haraway
Ein Manifest für Cyborgs
Feminismus im Streit mit den Technowissenschaften
 
Arnd Pollmann
It takes a fool to remain sane
Spätmoderner Körperkult als Arbeit am eigenen Fremdkörper
 
Franck Hofmann
Transurbane Felder
Landschaften und Bürgerschaftlichkeit in Europa



SCHÖNHEITEN

 
Michael Eggers
Schlechtes Wetter
Natural Suspense: Die Katastrophenthriller des Adalbert Stifter
 
Julie Miess
Zugerichtet
Terminatrix 2004: Der Cyborg als feministische Utopie
 
Metin Genc
Das wüste Land
Meer ohne Wasser: Raoul Schrotts Erzählung Khamsin
 
Anja Höfer
Brake is beautiful
Animalistic Turn: Verbotene Früchte von Blumfeld
 
Christoph Raiser
Aus heiterem Himmel
Neuere Zoologie: Tierbeobachtungen von Douglas Adams und Mark Cawardine
 
Kerstin Carlstedt
Geradewegs in die Hölle
Hund, Kaninchen oder Frettchen: Ulrich Seidls Tierische Liebe
 
Daniel Ulbrich
Gmögigi Sprach, gfürchtigi Berg
Alpenglühen: Tim Krohns schwyzerschrifttüütsches Bergromanpaar Quatemberkinder und Vrenelis Gärtli
 
Julia Roth
Perfekt
Kein Geschlecht oder viele: XXY von Lucia Puenzo
 
Thomas Schramme
Ungeheuer
Schlimmer als der Mensch: John Stuart Mill über die Natur
 
Susanne Schmetkamp
Krone der Schöpfung
Haare und Hormone: Michel Gondrys Debutfilm


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