Das Online-Magazin zur Zeitschrift | HALBJAHRESMAGAZIN polar






polar #8: Unterm Strich



EDITORIAL

 
Peter Siller, Bertram Keller
Editorial



PRÄMIE

 
Kai Dröge/Sighard Neckel
Leistungsbilanzen
Ein Deutungsmuster verflüchtigt sich – und bleibt umkämpft
 
Ulrich Bröckling
Der Flaschensammler
Portrait eines Urban Entrepreneurs
 
Jan Wulf-Schnabel
Geschlechterkampf im Discounter
Was heißt lidlgerechte Leistung?
 
Jens Balzer
Endlos verlängertes Glück
Leistungsverweigerung in der Popmusik
 
Bertram Keller
Totes Geld
Zehn Thesen für ein neues Erbrecht
 
Carsten Köllmann
Lohn und Brot
Einkommensgerechtigkeit als Leistungsgerechtigkeit
 
Interview Alice Creischer
»Nicht-effiziente Visualisierung«
 
Anna-Catherina Gebbers
Malen nach Zahlen
Wertsysteme und Leistungsverständnis auf dem Kunstmarkt
 
 

Der wahre Text: >Leistungsprämie<


I. Mission und Vision

Exzellente Organisationen managen, entwickeln und entfalten das gesamte Potenzial ihrer Mitarbeitenden auf der Individual-, Team- und Organisationsebene. Fairness und Chancengleichheit werden aktiv gefördert, die Mitarbeitenden werden eingebunden und zum Handeln ermächtigt. Die Organisation sorgt für die Mitarbeitenden, kommuniziert, zollt Anerkennung und belohnt in einer die Mitarbeitenden motivierenden Weise. Sie schafft so die Selbstverpflichtung der Mitarbeitenden, ihre Fähigkeiten und ihr Wissen zum Vorteil der Organisation einzusetzen. Mitarbeiterressourcen werden ge¬plant, gemanagt und verbessert.

Die vereinbarten qualitativen und quantitativen Ziele müssen messbar, zählbar oder anderweitig objektivierbar (z. B. durch Belege und Fakten) sein. Sie sollen spezifisch, realistisch, terminiert, widerspruchsfrei und überprüfbar sein. Es ist nicht zulässig, durch eine Zielvereinbarung die arbeitsvertraglich geschuldete Leistung zu erweitern.

Bei der Vergabe von Leistungsprämien spielen auch Kosteneinsparungen, die sich durch die Leistung des/der Mitarbeiters/in ergeben haben, eine wichtige Rolle. 

Die für jedes Kriterium vergebenen Punkte eines jeden Mitarbeiters werden jeweils mit dem gewählten Gewichtungsfaktor des entsprechenden Kriteriums multipliziert. Die Summe dieser Produkte dividiert durch 100 ergibt die erreichten Punkte eines Mitarbeiters.

Von den erreichten Punkten wird ein variabler Schwellenwert s subtrahiert. Diese Differenz ist der Ausgangswert a für die weitere Berechnung der Leistungszulage.

Dabei handelt es sich um interne Messergebnisse, die die Organisation verwendet, um die Leistung ihrer Mitarbeitenden zu überwachen, zu analysieren, zu planen sowie zu verbessern und um vorherzusagen, wie die Mitarbeitenden diese Leistung wahrnehmen werden

II. Leistungskriterien:
 Herausragende, bzw. überdurchschnittliche Einzelleistung
 Aktivierung/Erschließung neuer einmaliger oder dauerhafter Einnahmequellen ab einem Betrag von 2.000 Euro bei       gleichbleibendem Ressourceneinsatz.
 Unterschreitung der Terminschiene eines Auftrags/Projekts um mehr als 10 Prozent    ohne Abstriche bei Kosten und Qualität.
 Überdurchschnittliche Erreichung vereinbarter Ziele
 Gute Bewältigung einer außergewöhnlichen besonderen Belastung
 Übernahme einer zusätzlichen Arbeitsmenge bzw. eines für die Dienststelle notwendigen Arbeitsbereiches über mehr als einen  Monat in mindestens durchschnittlicher Qualität.
 Erfolgreiche Integration von anerkannt leistungsgeminderten Kolleginnen und Kollegen.
 Reduzierung der durchschnittlichen Reaktionszeit zum Beispiel auf Anträge, Anfragen,Beschwerden.
 Vermeidung von gesundheitlichen Schäden durch aufmerksames und konsequentesArbeitsverhalten.
 Förderung des Zusammenhalts im Team
 Reduzierung der Fehlerquote
 Nachprüfbare und dauerhafte Steigerung des Leistungsniveaus einer Kollegin/eines Kollegen durch Unterstützung und Beratung.
 Besonderes Engagement zur Verbesserung der Information zum Beispiel Überarbeitung von Infomaterial aufgrund der Erfahrungen im Umgang mit Kundinnen undKunden, verständliche Sprache.
 Erzielung einer für den Auftraggeber bedeutsamen Qualitätsverbesserung im Rahmeneines Auftrags/Projekts, bei Einhaltung des Kostenrahmens und der Terminschiene(nur soweit die Qualitätssteigerung vom Auftraggeber genehmigt ist).

(Aus verschiedenen Dienstvereinbarungen zum Leistungsentgelt und zur Leistungsbeurteilung. Gesammelt und dokumentiert von Neue Berliner Sprachkritik.)



 
Ina Kerner
Leben im Kapitalismus: >Allez allez allez!<



PHANTOM

 
Stefan Gosepath
Anstrengung und Markt
Der Widerspruch der Leistungsgerechtigkeit
 
Ist es links? >Leistungsgerechtigkeit<
 
Ralf Obermauer
Minderleister der Legitimation
Die rätselhafte Kraft der Leistungsrede in der politischen Arena
 
Walter Pfannkuche
Jenseits von Neid und Habgier
Wie wir uns überzeugen können, dass wir verdienen, was wir verdienen
 
Michael Miebach
Schwitzen und Denken
Die Notwendigkeit eines positiven Leistungsbegriffs für die SPD
 
Christian Neuhäuser
Gestatten: Elite?
Eine Inspektion der Leistungsmisere
 
Patrick Bahners
Haltung muss sich wieder lohnen
Guttenberg im Wahlkampf
 
Interview Martin Lindner
»Das gehört tatsächlich alles dazu«
 
Claus-Martin Gaul
Die Linke und die Leistungsträger
Oppositionspolitik in der Umverteilungsfalle
 
Hannes Grassegger/Lukas Rühli
Leistung oder Marktwert?
Wir jagen ein Phantom
 
Michael Hartmann
Die Auserwählten
Auswahlverfahren an amerikanischen Elite-Universitäten
 
Franziska Stoltze/Lucas Guttenberg/Sebastian Kraus
Am Rande des Wahnsinns
Vom Leistungsbegriff an sogenannten Elite-Hochschulen
 
Christoph Raiser
Mein halbes Jahr: >Musik<
Le Chevalier de Rinchy – AU – Girl Talk
 
Matthias Dell
Mein halbes Jahr: >Film<
Defamation – A serious Man – Up in the Air – Scarlett Street – Zweiohrküken
 
Alban Lefranc
Mein halbes Jahr: >Literatur<
Samuel Beckett – Alfred Döblin – Olivier Le Lay



PILLE

 
Thomas Biebricher
Mit Gott kann ich alles erreichen
Religion als Technik der Leistungssteigerung
 
Michael Gamper
Agenten des Unauffälligen
Zur Genealogie der Dopingmoral
 
Greta Wagner
Leistung aus Leidenschaft
Zum sozialen Umgang mit Cognitive Enhancement
 
Ilja Braun
Schleichende Enteignung?
Zum Schutz journalistischer und verlegerischer Leistung
 
Urich Bröckling
Sinncontainer: >Exzellenz<
 
Susann Neuenfeldt/Simon Strick
Hallo Karthago/Hallo Rom: >Mangelwirtschaft<
 
Martin Saar
Bildpolitik: >Leistungsgrenze<



SCHÖNHEITEN

 
Judith Karcher
Die Wette
Desperado: Tarantino als Seher der Finanzkrise
 
Anna Sailer
Unterm Strich
Werbende Antworten bei der Postbank: Fragen bei Agota Kristof
 
Johannes Kleinbeck
Tanz auf dem Seil
Was soll ich sagen? Werner Herzogs Lebenszeichen
 
Christoph Raiser
Ausrutscher
Höchstleistung ohne Arbeit: Gaston Lagaffe von André Franquin
 
Michael Eggers
Das Boot
Großtat mit Tortenschlacht: Sloterdijk, aufgespießt vom pathos transport Theater
 
Franziska Schottmann
Der Zeuge
Die Wiederkehr des Verdrängten: La Sentinelle von Arnaud Desplechin
 
Kendra Briken
Metropole im Kopf
Woher Du kommst: Stephan Thomes Roman Grenzgang
 
Tim Caspar Boehme
Remmidemmi
Spaßhaben als Leistungsprinzip: Deichkind zur Arbeitsgesellschaft
 
Daniel Loick
Der traurige Souverän
Anarchistisches Manifest: Spike Jonzes Where the wild things are
 
Peter Siller/Stephan Ertner
Kein Zeigefinger, nirgends
Der Humanist des Punk: Farin Urlaub


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