Das Online-Magazin zur Zeitschrift | HALBJAHRESMAGAZIN polar






polar #13: Aufstand




EDITORIAL

 
Editorial
Peter Siller, Bertram Keller



AUSGEBLIEBEN

 
Sebastian Dörfler
An die Arbeit
Warum sich Bartleby selbst abschaffen mĂĽsste
 
Micha Brumlik
Aufstand nach Nirgendwo
Vom Missverständnis des Politischen
 
Thomas Biebricher/Marina Martinez Mateo
Die Paradoxie des Intellektuellen
Wissenschaft und öffentliche Intervention
 
Interview Jodi Dean
»Endlich wieder ›wir‹ sagen«
 
Julian Bank
Goliath stolpert, David schläft
Aufstand, soziale Bewegungen und Zeitlichkeit
 
Petra Hauffe/Judith Karcher
Der ausbleibende Aufstand
Von der selbstverschuldeten UnmĂĽndigkeit in der Finanzkrise
 
Tobias Peter
Nutzlos, sich zu erheben?
Über parasitären Widerstand
 
Arnd Pollmann/Thomas Biebricher/Stefan Huster/Peter Siller
Ist es links? >Negation<
 
Ina Kerner
Leben im Kapitalismus: >Terror, Chillen, Herrenschneider<



AUSGELÖST

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GEPROBT

 
Diedrich Diederichsen
Der Imperativ des Authentischen
»Erfinde Dich halt- und bodenlos neu und verkörpere das so, als wäre das immer schon Deine Natur gewesen!«
 
 

Nicklas Baschek

Lieber peinlich als authentisch

Occupy und der gemeine Hipster


Es war eine brillante Idee, die der Übersetzung zum Opfer fiel: Als Mark Greif und Kollegen von n+1 ihren Sammelband zu der wohl meistzitierten und gehassten Sozialfigur der letzten zwei, drei Jahre, dem Hipster, publizierten, da hieß es noch ironisch: »What was the Hipster?«. Im deutsch-sachlichen »Hipster. Eine transatlantische Debatte« ist die besondere Herausforderung, gnadenlos aktuell denken zu müssen, verschütt gegangen. Und mit ihm die wohl entscheidende Frage: Wie war die Welt mit dem Hipster denn?

Die Melange aus Ironie und Nostalgie, sie zeichnet viele der Texte und Essays aus, die Greif verfasst hat und die ihn seit kurzer Zeit im deutschsprachigen Raum zur wichtigsten Stimme der us-amerikanischen Intelligenz haben werden lassen. Und immer, wenn nach Stimmen gesucht wird, die dabei waren von Anfang an im New Yorker Zucotti Park, die Occupy bereits in den ersten Tagen dokumentieren konnten, dann wird Greif gefragt. Der Hipster und Occupy sind zu den meistdiskutierten Themen geworden im Schaffen des Archivars Greif.

Der jüngst erschienene Band von Greif und Freunden hat auch im englischen Original keinen so schlauen Titel erhalten: »Occupy. Scenes from occupied America« heißt es da. Womöglich hätte in der Vergangenheitsform der Leser darin zuviel Pessimismus vermutet. Der Hipster kann vielleicht vergehen, Occupy aber gemahnt an die rechten Werte. Der Hipster ist Anti-Occupy, so scheint es.

Wer war der Hipster?
Bezeichnete der Hipster ursprünglich in den 40ern und 50ern einmal die Avantgarde der schwarzen Community, die im Angesicht eines offenen Rassismus und sozialer Ausschlüsse ihrerseits einen stolzen »Priorismus« zelebrierte, also die Zurschaustellung eines Wissens, dass »vor aller Erfahrung« genuin der schwarzen Community vorbehalten war, so hat der moderne, weiße Hipster, der sich um die Jahrtausendwende in direkter Nachbarschaft von Greif tummelte, mit diesen ursprünglich kritisch-subversiven Praktiken nicht mehr viel zu tun: Der heutige Hipster ist radikalindividualistisch, konsumistisch, ironisch, unpolitisch, unbelesen und unfähig, in den großen Linien zu denken. Eigentlich ist er vor allem der hippe Konsument, der sich aus dem Trashfundus bedient, er trägt Schnurbart, Truckerkappe und Tennissocken. Der Hipster kokettiert mit dem Trash der Unterschicht und mit den Erkennungsmerkmalen aus der Provinz, aber ohne jedes politische Projekt, ohne Parteinahme. Ganz im Gegenteil, jede Geste wird ironisch gebrochen, der Hipster vermeidet jede eigene, politisch bedenkliche und wirksame Positionierung. Hiermit aber wird er vor allem im Angesicht der jüngsten Wut, von Occupy im globalen Ausmaß, von emphatischen Slogans zum ungeliebten Provokateur. Und selbst wenn sich ein Hipster beim Protest zeigt: Kann man ihm glauben, steht er wirklich dahinter, oder wird auch dieses Engagement bloß zum Lifestyleschein? [...]


 
Nikolaus Müller-Schöll
Der geprobte Aufstand
Farce, Spaziergang, Hunger-Show
 
Martin Saar
Bildpolitik: >Ein Nein aus fĂĽnf Fingern<



SCHÖNHEITEN

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